DGfMM – Personen

Prof. Dr. med. Helmut Möller
Ich wurde am 24. Juli 1941 in Lüdenscheid geboren und wuchs dort in einer großen Familie mit vier Brüdern auf. Nach der Volksschule in Oberrahmede besuchte ich das Zeppelin-Gymnasium. Paralell dazu begann im Alter von sechs Jahren meine intensive musikalische Ausbildung am Cello, die mich über 17 Jahre lang begleitete und von insgesamt vier Lehrkräften geprägt wurde. In der Pubertät reifte in mir der Wunsch, Mediziner zu werden. Dieses Studium führte mich ab 1963 nach Münster, Wien und Würzburg, wo ich schlieslich 1969 promovierte und ein Jahr später meine erste Stelle an der Universitätsklink in Münster antrat.
Nach zwei Jahren im Beruf spürte ich jedoch zunehmend, dass mir die rein medizinische Perspektive nicht ausreichte, um Patientinnen und Patienten in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Ich zog nach Berlin und absolvierte dort bis 1978 eine sechsjährige Ausbildung zum Psychoanalytiker. Ab 1982 war ich dort fest als Mediziner und Psychotherapeut tätig. Mein Cello blieb in all den Jahren weit mehr als nur ein künstlerisches Ventil – es war mein ständiger Begleiter auf der Suche nach den Verbindungen zwischen Musik, Körper und Psyche.
Ein entscheidener Wendepunkt war mein Forschungsjahr in den USA im Jahr 1993. Durch den Tipp eines befreundeten Musikers besuchte ich eine Konferenz kalifornischer Musikermediziner. Die Begegnung mit Fachleuten, die sich gezielt mit den gesundheitlichen Problemen von Musikschaffenden befassten, beeindruckte mich tief und wurde zu meiner Lebensaufgabe. Zurück in Deutschland begann ich ab 1995, an Musikhochschulen über dieses Thema zu sprechen. Trotz anfänglicher Widerstände glückte 2002 die Gründung des Kurt-Singer-Instituts für Musikergesundheit in Berlin.
Meine Arbeit speist sich vor allem aus der Praxis: Von 2001 bis 2024 spielte ich selbst 23 Jahre lang im Akademischen Orchester Berlin. Diese Zeit hat mir gezeigt, das Musiker keine abstrakten Theorien brauchen, sondern handfeste Strategien gegen Angst, Druck und Perfektionismus. Es ist mir ein großes Anliegen, auch Institutionen wie Orchester und Hochschulen für ihre Verantwortung zu sensibilisieren, damit Musik für uns alle eine Quelle der Kraft und Zuversicht bleibt.