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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2005
Ausgabe 01 / 2005
Amusien - eine Einführung in das Phänomen angeborener und erworbener cerebraler Störungen der Musikalität
C. Schlesiger und S. Evers
Amusien sind erworbene oder angeborene
hirnorganische Einschränkungen musikalischer
Fähigkeiten. Diese Arbeit führt in bisherige
Klassifikationen der Amusien ein und gibt einen Überblick über verschiedene Ursachen
dieser Musikalitätsstörungen. Gegenüber der
angeborenen, sog. kongenitalen Amusie stellen die erworbenen musikalischen Funktionsstörungen des Gehirns unterschiedlicher Genese (z.B. nach einem Schlaganfall oder nach
operativen Eingriffen am Gehirn) die häufigere
Ursache von Amusien dar. Seltene Ätiologien
von Amusien und historische Aspekte dieses
Phänomens ergänzen diese Einführung in ein
noch wenig erforschtes Gebiet der Musikphysiologie. Abschließend wird auf Aspekte der
Therapie von Amusien eingegangen.
Schlüsselworte
Amusie, Musikalitätsstörungen, Musikverarbeitung, zerebrale Läsionen, Schlaganfall
Musikeinsatz in der Medizin
U. Reinhardt
Zunehmendes medizinisches Interesse an rezeptiver Musiktherapie wirft die Frage nach dafür geeigneter Musik und möglichen Auswahlkriterien auf.
In der vorliegenden Arbeit werden in der Literatur als therapeutisch wirksam beschriebene
Musikformen dargestellt und hinsichtlich ihrer
musikalischen Eigenschaften, der Wirkung und
Wirkungsbedingungen sowie der therapeutischen Zielstellung diskutiert.
Das Spektrum umfasst musikalische Elemente,
Naturlaute, Meditationsmusik, „archetypische
Musik“, „Lieblingsmusik“, Unterhaltungsmusik
und klassische Musik.
Die konkrete Auswahl wird entscheidend durch
die theoretische Konzeption der jeweiligen Musiktherapie bestimmt und basiert auf Erfahrungen, Intuition und Geschmack des Therapeuten oder subjektiver Vorlieben der Patienten.
Eine Auswahl anhand objektiver Kriterien ist
gegenwärtig nicht möglich.
Vollzieht sich der Musikeinsatz im Rahmen
komplexer psychotherapeutischer Strategien,
wird vor allem die Fähigkeit der Musik zur
emotionalen Aktivierung und Umstimmung genutzt. Form- und Stilmerkmale der Musik treten
zurück gegenüber der verbalen Einstimmung
auf das Musikerlebnis und dessen Aufarbeitung. Eine Auswahl nach relativ groben Stilmerkmalen und Eindrucksqualitäten ist ausreichend. Interpretationsmerkmale finden keine
Berücksichtigung.
Wird Musik direkt, d.h. ohne vermittelnden Einfluss des Therapeuten eingesetzt, wie z.B. in
der Anästhesie und Schmerztherapie, hängt
die therapeutische Wirksamkeit wahrscheinlich
wesentlich von der Beeinflussung körpereigener Rhythmen durch den musikalischen
Grundrhythmus ab. Eine systematische wissenschaftliche Bearbeitung solcher Zusammenhänge steht jedoch noch aus und sollte
Gegenstand weiterführender Untersuchungen
sein.
Schlüsselworte
Musiktherapie, Musikauswahl, Musikwirkungen, Rhythmus
Kommentar zum Beitrag von K. Apostolidis Von schiefen Geigern und zusammen-geknautschten Handtüchern des Heftes 4-2004
R. Klöppel und A. Türk-Espitalier
Kommentare zum Beitrag Apostolidis in Heft 4/2004 „Von schiefen Geigern und zusammengeknautschten Handtüchern“. Zwei Kommentare zum Beitrag von Katharina Apostolidis in Heft 4/2004 Kommentar von Dr. med. Renate Klöppel Die DGfMM ist ein Zusammenschluss von Musikern, Ärzten und Therapeuten und ihre Zeitschrift sollte, ebenso wie die Kongresse, ein Sprachrohr für jede der vertretenen Gruppen sein. Konflikte wegen unterschiedlicher Ansichten können dabei nicht ausbleiben, denn oft genug liefern die „schulmedizinisch“ und streng wissenschaftlich orientierten Beiträge der Ärzte unter den Autoren vielen Musikern und auch Therapeuten nicht die Informationen, die ihnen eine Antwort auf ihre an der Praxis orientierten Fragen sein könnten. Umgekehrt können weniger wissenschaftlich orientierte Aufsätze, vor allem wenn sie vorgeben, wissenschaftliche Begründungen für die aufgestellten Thesen ins Feld zu führen, unter den medizinisch ausgebildeten Widerspruch hervorrufen.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren