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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2001
Ausgabe 02 / 2001
Beeinträchtigung des Instrumentalspiels durch Arzneimittelnebenwirkungen
M. Schuppert und F. Schuppert
Verschiedene Arzneimittelnebenwirkungen
können zu Beeinträchtigungen beim Instrumentalspiel führen. Besonders wirken sich
medikamentenbedingte neurologische Symptome störend auf die sensomotorischen
Funktionen der oberen Extremität aus. Weiterhin können Hautreaktionen im Bereich der
Hände, Mundtrockenheit und Störungen des
Gehör- und Gleichgewichtssinnes für Instrumentalisten eine gravierende Behinderung
darstellen. Meist lassen sich diese Nebenwirkungen jedoch durch den Einsatz anderer,
vergleichbar wirksamer Präparate weitgehend
vermeiden. Bei der medikamentösen Behandlung von Musikern sollten daher die Auswirkungen möglicher unerwünschter Wirkungen
bedacht und gegebenenfalls eine individuell
abgestimmte Umstellung der Therapie vorgenommen werden.
Schlüsselworte
Musiker – Instrumentalspiel – unerwünschte
Arzneimittelwirkungen – Nebenwirkungen
Feldenkrais-Methode und Alexander-Technik in der Prophylaxe von Wirbelsäulenbeschwerden und Überlastungserscheinungen am Spielapparat bei Pianisten
J. Mehlhorn und U. Reinhardt
Auf der Grundlage des Erfahrungsberichtes
einer Hochschulabsolventin wird die Bedeutung von Bewegungslehren für den Instrumentalmusiker diskutiert. Bei der Pianistin war es
während ihrer Ausbildung wiederholt zu Rückenbeschwerden und zu Überlastungserscheinungen der Hand gekommen. Mit dem
Erlernen der Feldenkrais-Methode und einer in
diesem Zusammenhang erfolgten Veränderung der Sitzhaltung am Klavier konnte das
Wiederauftreten der Beschwerden dauerhaft
verhindert werden.
Die meisten Körpertechniken verfolgen das
Ziel, durch bewusste Korrektur gewohnheitsmäßiger Bewegungen und unkontrollierter
Körperhaltungen motorische Abläufe auf einer
höheren Qualitätsstufe zu organisieren. Die
Feldenkrais-Methode versucht dies primär
über das Erlernen einer differenzierteren Körperwahrnehmung („kinästhetische Sensibilisierung“) zu erreichen. Die Alexander-Technik
hingegen stellt die bewusste Entscheidung
gegen gewohnte Bewegungsabläufe („Inhibition“) in den Vordergrund und misst vor allem
der Kopf-Rumpf-Beziehung grundlegende
Bedeutung beim Erproben neuer, harmonischer Bewegungsvorgänge bei („Primärkontrolle“).
Im Klavierunterricht spielt das Erlernen einer
optimalen Haltung und Sitzposition sowohl für
das künstlerische Ausdrucksvermögen als
auch hinsichtlich der Vermeidung von Rückenbeschwerden eine wichtige Rolle. Die Beherrschung von Körpertechniken erleichtert das
Üben ungewohnter Bewegungen und verleiht
größere Flexibilität bei der Auswahl unterschiedlicher Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten. So kann ungünstigen Stereotypien
und Verkrampfungen und möglicherweise auch
Überlastungserscheinungen vorgebeugt werden.
Musikhochschulen sollten die Vermittlung von
Kenntnissen über physiologische Gesetzmäßigkeiten des Bewegungssystems sowie praktische Unterweisungen in Körpertechniken als
feste Bestandteile in ihre Ausbildungsprogramme aufnehmen.
Schlüsselworte
Feldenkrais-Methode, F.M. Alexander Technik,
Überlastungssydrom, Rückenschmerzen, Prävention
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren