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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2000
Ausgabe 02 / 2000
Orthopädische Erkrankungen in der Oper
Ch. Buck
Die gängige Opernliteratur von d´Albert,
über Verdi und Wagner bis Zemlinsky ist
voll von Zwergen, Riesen, Hexen und
missgestalteten „Kreaturen“. Anhand der
Beschreibungen im Libretto beziehungsweise der literarischen Vorlage oder der
Partitur wird versucht die zugrunde liegenden, vorwiegend orthopädischen Krankheitsbilder den jeweiligen Opernfiguren
zuzuordnen.
Ein Streifzug durch die Welt der Oper aus
orthopädischer Sicht.
Verbesserung der Infektabwehr bei Sängern durch UV-Therapie?
U. Reinhardt
Am Beispiel der Kasuistik einer Berufssängerin, deren gesteigerte Infektionsbereitschaft sich nach Fehlschlagen zahlreicher
anderer Behandlungsversuche mit einer
UV-Therapie bessern ließ, werden die biologischen und medizinischen Aspekte der
natürlichen und apparativen UV-Therapie
dargestellt und ihre potentiellen positiven
und negativen Effekte diskutiert.
Die Gefahren einer erhöhten UV-Belastung
bestehen vor allem in ihrer Kanzerogenität,
in immunsuppressiven Wirkungen und in
der Beschleunigung von Alterungsvorgängen der bestrahlten Haut.
Dem stehen vielfältige positive Effekte gegenüber: Psychostimulierende Wirkungen,
Verbesserungen der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Kreislauffunktion,
günstige Einflüsse auf die allgemeinen Abwehrfunktionen sowie auf den Knochenund Mineralstoffwechsel. Außerdem scheint
eine ausreichende Besonnung die Mortalität an Colon- und Mammacarcinomen zu
reduzieren.
Der größte Teil der positiven UV-Effekte
dürfte im Zusammenhang mit der durch
UVB-Strahlung photochemisch ausgelösten
Synthese von Vitamin D erklärbar sein.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass Vitamin D durch direkte Einflussnahme auf
die DNA grundlegende Regulationsvorgänge beeinflusst, die über die seit langem
bekannte antirachitische Wirkung weit hinausgehen.
An bestimmten Populationen wurden wiederholt Vitamin D – Defizite nachgewiesen.
Es ist zu vermuten, dass auch vielbeschäftigte Künstler, die sich ganz überwiegend in
geschlossenen Räumen aufhalten, zu einer
entsprechenden Risikogruppe gehören.
Bei einer erhöhten Infektionsbereitschaft,
für die sich sonst keine Ursache finden
lässt, sollten sorgfältig dosierte UVBestrahlungen in das therapeutische Repertoire einbezogen werden.
Die phsycho-physischen Belastungen des Orchestermusikers unter dem Adspekt des möglichen Ausgleichs durch Yoga
C. Heinrichs
Der Orchestermusiker hat einen typischen
Stressberuf mit ständiger Kontrolle seiner
Leistungsfähigkeit, der durch hohe psychische und physische Belastungen gekennzeichnet ist. Die statische und oft unnatürliche Haltung führt sehr häufig zu muskulären Dysbalancen, die sich mit zunehmendem Alter dann auch in diversen degenerativen Erscheinungsformen der am höchsten
belasteten Körperbereiche zeigen [WS,
Hände]. Die innere Anspannung [normale
Nervosität – Aufführungsangst] erhöht zudem den Muskeltonus und trägt wesentlichen Anteil an den physischen Problemen.
Die Praxis des Hatha Yoga ist ein gleichzeitig geistiges und körperliches Training. Man
beginnt mit Übungen, deren Hauptaugenmerk zunächst eine muskuläre Dehnung
und eine allgemeine psycho-physische
Entspannung ist, um dann im weiteren Verlauf auch durch die Einbeziehung geeigneter Kräftigungsübungen zu einem neuen
körperlich-geistigen Gleichgewicht zu gelangen. Die Stabilisierung der WS ist ein
zentrales Anliegen der Hatha-Yoga Übungen. Die regelmäßige Yogapraxis führt zu
einer Sensibilisierung der Körperwahrnehmungen, erhöht Stressresistenz und Wachsamkeit, und hilft bei einer Vielzahl von
Beschwerden psycho-physischen Ursprungs. Die Praxis wirkt integrativ und
kann dadurch zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung – auch im künstlerischen Sinne – beitragen.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren