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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2005
Ausgabe 02 / 2005
Das Bewegungsprofil als Bewertungsverfahren der Haltungs- und Bewegungsqualität beim Instrumentalspiel. Neue Ansätze zur Prävention chronischer Überlastungssyndrome
U. Reinhardt
Verspannungen, unkontrollierte Körperhaltungen und Fehlbelastungen beim Instrumentalspiel beeinträchtigen nicht nur das künstlerische Ergebnis, sondern können auch zu chronischen Überlastungssyndromen und anderen
Spielerkrankungen führen. Bewegungsauffälligkeiten sollten deshalb aus medizinischen
und musikalischen Gründen auf einer möglichst frühen Entstehungsstufe, d.h. vor ihrer
Automatisierung, erkannt und korrigiert werden. Dazu bedarf einer ausbildungsbekleidenden systematischen Kontrolle des Bewegungsverhaltens von Musikern, die in dieser
Form bislang nicht erfolgt. Die vorliegende Arbeit beschreibt ein Bewertungsverfahren der
Haltungs- und Bewegungsqualität beim Instrumentalspiel, das auf der Grundlage standardisierter Videoaufzeichnungen des künstlerischen Vortrages ein systematische Beurteilung körperlichen Gesamterscheinung sowie
der bekannten kritischen Körperregionen, wie
Schultern, Nacken, Gesichtsmuskulatur und
Becken im Sinne eines individuellen Bewegungsprofils vorsieht. Die Nutzung einer visuellen Analogskala ermöglicht neben der qualitativen Einschätzung auch eine quantitative Beurteilung, so dass das Verfahren für Verlaufsbeobachtungen und experimentelle Untersuchungen geeignet ist. Zahlreiche methodische
und prinzipielle Fragen, die mit der Erstellung
und Bewertung des Bewegungsprofiles verbunden sind, werden diskutiert.
Schlüsselworte
Bewegungsprofil, Spielbewegungen, Überlastungssyndrome, Instrumentalmusiker
Rückbildung von Amusien nach Schlaganfall: eine erste Verlaufsstudie
M. Schuppert, T. Münte und E. Altenmüller
Erstmalig wurden bei Patienten mit rezeptiven
Amusien (Störungen der Musikwahrnehmung)
in Folge einseitiger, umschriebener Läsionen
des Großhirns Untersuchungen über den längerfristigen Verlauf der Störungsbilder durchgeführt. Die rezeptiven musikalischen Fertigkeiten der Patienten wurden ein erstes Mal
zwischen dem fünften und zehnten Tag nach
Auftreten eines Schlaganfalls getestet und
nach weiteren sechs bis zwölf Monaten reevaluiert. Die zur Erfassung der musikalischen
Wahrnehmung verwendete standardisierte
Testbatterie erfasste sowohl lokale als auch
globale musikalische Verarbeitungsweisen in
Form von Diskriminationsaufgaben.
In den Wiederholungsmessungen zeigte sich
eine allgemeine Verbesserung der Musikwahrnehmung mit signifikantem Gruppeneffekt über
alle Aufgaben. Vier Patienten verbesserten
sich erheblich bis in den Normbereich. Die Ergebnisse demonstrieren die Möglichkeit einer
Rückbildung rezeptiver Amusien, die vermutlich auf cerebralen plastischen Veränderungen
basiert. Die extrem unterschiedlichen Regenerationsmuster der Patienten unterstützen unsere frühere Annahme hochgradig individuell
formierter musikverarbeitender cortikaler
Netzwerke.
Schlüsselworte
Amusie, Musikwahrnehmung, cortikale Plastizität, auditorischer Cortex
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren