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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2014
Ausgabe 02 / 2014
Klavierkonzerte für die linke Hand Klavier für Linkshänder?
Günter Stein (Jena)
Klaviermusik für die linke Hand wurde
hauptsächlich komponiert, um kriegsverletzten
Pianisten eine weitere Konzertkarriere zu
ermöglichen. Zu nationalem und internationalem
Ruhm haben es vor allem die Pianisten Paul
Witgenstein und Otakar Hollmann, nach dem
1. Weltkrieg, und Siegfried Rapp, nach dem 2.
Weltkrieg, mit den für sie komponierten oder von
ihnen in Autrag gegebenen Konzerten von Ravel,
Prokojew, R. Strauß, Janáček, Korngold, Prokojew,
Briten, Franz Schmidt und Bortkiewicz, Bohuslav
Martinů, Erwin Schulhof, Josef Bohuslav Foerster,
Ales Jermar u.a. gebracht. Die Klavierkonzerte für
die linke Hand werden jetzt selten und nur von
wenigen, meist beidarmigen Pianisten, gespielt
– dazu gehören Leon Fleisher, Takeo Chinai
und Ragna Schirmer. Am häuigsten kommt das
Klavierkonzert von Ravel zur Auführung, seltener
die Konzerte von Briten, Prokojew, Janáček,
Schulhof und Hindemith.
Die ersten Linkshänder-Klaviere wurden 1998 von
Poleti & Tuinman Fortepiano’s Company Utrecht,
he Netherlands, gebaut. Es ist der spiegelbildliche
Nachbau eines Pianoforte oder „Hammer-Klaviers“
von 1826, in der Größe vergleichbar etwa mit
einem Cembalo. 2010 erfolgte die Miteilung,
dass der Prototyp eines weltweit einzigartigen
Tasteninstrumentes, ein komplet neues BlüthnerLinkshänder-Klavier gebaut wurde. Die Idee dazu
kam von dem seit 1975 in Trier lebenden ungarischen Pianisten, Klaviervirtuosen und Musikpädagogen Geza Loso. Der Anteil der Nicht-Rechtshänder bei Musikstudenten für Klavier beträgt ca.
27 %, für Streicher ca. 35,6 % und ist damit erheblich
höher, als bei der Normalbevölkerung. Begründet
wird dieses Spezialklavier damit, dass bei einem
normalen Klavier die virtuosen Anforderungen
für die höheren, mit der rechten Hand gespielten
Töne größer und somit Linkshänder benachteiligt
sind. Nach Studienergebnissen ist es jedoch nicht
erforderlich, für Linkshänder ein eigenes Klavier
im Konzert- und Hausmusikbereich herzustellen,
da das pianistische Gehirn plastisch genug ist
und beide Hirnhälten stark ausgeglichen sind,
so dass die herkömmliche Spielweise von allen
erlernt werden kann. Ob trotzdem der Wunsch von
Geza Loso in Erfüllung geht, dass zumindest in
den renommierten Akademien ein LinkshänderKonzertlügel und/oder -Klavier steht, auf dem das
Klavierspiel erlernt werden kann, wird die Zukunt
zeigen.
Maurice Ravel Gedanken über das Wesen seiner Erkrankung und seinen Tod
Klaus-Heinrich Bründel (Gütersloh)
Ravel wurde am 7. März 1875 geboren. Seine hohe
Musikalität wurde früh gefördert. Er starb mit
nur 62 Jahren am 28. Dezember 1937 nach einer
Hirnoperation in Paris. Persönlichkeit, Lebensstil,
Kompositionen und seine Erkrankung, mit ihren
Auswirkungen auf sein Leben, werden dargestellt.
Es folgt eine kurze Darstellung des Gehirns, seine
Funktion für Sprache und Musikalität einschließlich
der neuronalen Verknüpfungen. Angeschlossen
werden die Darstellung der frontotemporalen
lobären Degeneration: Klinik, Pathologie,
Differentialdiagnosen, Genetik, Neurochemie,
Tau-Protein. Das Ende bilden Anmerkungen
zur Problematik der Übertragbarkeit heutiger
Diagnosen auf Probleme der Vergangenheit.
Kurzfassungen der Beiträge des 13. Symposiums der DGfMM
AG Bewegungssystem Möglichkeiten der Physiotherapie und Körpertechniken bei der Optimierung von Musikerarbeitsplätzen Alexandra Türk-Espitalier Die Vielfalt der Musikerarbeitsplätze stellt auch eine Herausforderung für die verschiedenen Körpertechniken dar. So können Körpertechniken ganz unterschiedlich vom Arbeitsplatz Musikschule bis ins Sinfonieorchester eingesetzt werden. In der AG Bewegungssystem werden die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert, die sich in der praktischen Körperarbeit mit den Musikern an ihrem Arbeitsplatz ergeben. Die AG ist offen für alle Interessierten, die sich mit Körpertechniken, Physiotherapie oder Bewegung auseinandersetzen. Sie ist ein offenes Forum, das die Diskussion und den Austausch untereinander zum Schwerpunkt hat. Inhaltliche Anregungen und kurze Beiträge der Teilnehmer sind ausdrücklich erwünscht. Sowohl DGfMM-Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder sind gleichermaßen herzlich willkommen. Kurzfassungen der Beiträge des 13.
Nachruf für Alice Brandfonbrener
Nachruf für Alice Brandfonbrener Alice Brandfonbrener starb am 31. Mai 2014 zu Hause in Chicago im Alter von 83 Jahren. Wir betrauern ihren Tod, der sie von einem langen Leiden erlöste. Alice kann als Begründerin der amerikanischen Musikermedizin gelten. Schon in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts betreute sie ärztlich Musikstudenten während der Aspen-Sommerkurse. Das lag daran, dass ihre Kinder Amy und Mark regelmäßig an diesen Kursen teilnahmen und Alice die Zeit für einen Sommerurlaub in den wunderschönen Rocky-Mountains nutzte. Im Jahr 1986 gründete sie die wichtigste Fachzeitschrift auf dem Gebiet „Medical Problems of Performing Artists“ und 1988 die „Performing Arts Medical Association“. Alice war für Jahrzehnte der treibende Motor für beide Unternehmungen. Sie setzte sich unermüdlich für Musikergesundheit, für Präventionsprogramme und für die wissenschaftliche Erforschung von Erkrankungen bei Musikern ein.
Zum Tod von Raoul Tubiana
Musikphysiologie und Musikermedizin 2014, Nr. 2. Jg. 21 129 Zum Tod von Raoul Tubiana Ein Pionier der Handchirurgie1 , aber auch der Musikermedizin Michael Greulich und Jochen Blum Mit Raoul Tubiana verliert die Handchirurgie einen Pionier, der das Fach von Anfang an miterlebt und mitgestaltet hat. Am 14. Oktober 2013 ist er 98-jährig gestorben. Noch 2003 hat er auf dem gemeinsamen Kongress von DAH, DGH und GEM in Stuttgart einen Hauptvortrag über die rheumatische Hand gehalten. „Monsieur Tubiana“ war damals eindeutiger Mittelpunkt der französischen Teilnehmer, von denen sich nicht wenige als „elève de Monsieur Tubiana“ vorstellten. Tatsächlich hatten viele einen wesentlichen Teil ihrer Ausbildung an seinem „Institut Français de la Main“ absolviert oder waren Mitarbeiter des Instituts. Raoul Tubiana ist 1915 in Algerien geboren, mit 17 Jahren kam er zum Medizinstudium nach Paris. 1939 trat er als Interne in die Neurochirurgische Klinik von Dr.
Gedenken an verstorbene Mitglieder
Gedenken an verstorbene Mitglieder Wir betrauern den Tod unserer langjährigen Mitglieder Dr. med. Cosima Oto, verstorben am 18. März 2014 Dr. phil. Ruth-Iris Frey-Samlowski verstorben am 17. Juni 2014 Dr. med. Wolfgang Strich, verstorben am 28. Juli 2014 Wir sind sehr dankbar für das Engagement der Verstorbenen in unserer Fachgesellschaf und ihren Einsatz für die Musikphysiologie und Musikermedizin. In tiefer Betrofenheit und aufrichtiger Anteilnahme sind unsere Gedanken bei ihren Familien und Freunden.
Heilungsprozess Betriebliches Eingliederungsmanagement: Nutzen für Mitarbeiter und künstlerische Qualität
S. Scherz-Schade
Musikphysiologie und Musikermedizin 2012, 19. Jg., Nr. 2 151 Heilungsprozess Betriebliches Eingliederungsmanagement: Nutzen für Mitarbeiter und künstlerische Qualität1 Sven Scherz-Schade (Karlsruhe) ZUSAMMENFASSUNG Wie funktioniert die Wiedereingliederung nach längerer Erkrankung? Wie integriert man Mitarbeiter, bei denen mit gesundheitlichen Einschränkungen zu rechnen ist? Am Wür!embergischen Staatstheater Stu!gart nimmt man diese beiden Fragen besonders ernst. Einmal monatlich wird überprü“, ob jemand au#ällig o“ fehlt. Das „Betriebliche Eingliederungsmanagement“ ist ein Heilungsprozess für den ganzen Betrieb. Schlüsselwörter Gesundheit, Prävention, Best Practice, Mehrspartentheater ABSTRACT How can occupational rehabilitation be achieved following long-term medical indisposition? How are employees integrated, when long-term medical impairments are expected? !e Wuer“embergen Staatstheater Stu“- gart examined these fundamental questions.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren