DGfMM – Fachzeitschrift

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Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

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Zeitschrift 2004

Ausgabe 04 / 2004

Abstract

Intraorale Druckentwicklung bei Holz- und Blechbläsern

B. Schwab, A. Schultze-Florey

Einleitung: In der Literatur existieren praktisch
keine detaillierten Angaben zu den während
der Musikausübung entstehenden Drücken im
Oropharynx-Bereich. In der vorliegenden Studie wurde eine differenzierte Bestimmung der
Druckspitzen, des mittleren Druckes sowie der
maximal erzielbaren Druckwerte durchgeführt.
Material und Methoden: Bei 148 Musikern
(Profis eines Staatsorchesters und Schüler/Studenten hauptsächlich aus einem Landesjugendorchester) wurden intraorale Druckmessungen unter variierten Bedingungen
(Tonhöhe, Lautstärke) durchgeführt. Die Messungen erfolgten sowohl an einem analogen
Manometer (Spannweitenmessungen) sowie
mittels digitalem Manometer (Minimal- und
Maximaldruckwerte). Ergebnisse: Die geringsten Drücke wurden bei der Querflöte und der
Piccolo-Querflöte gemessen (entsprechend
dem Druckniveau der normalen Sprache).
Höchste mittlere Drücke erzielen Oboe (30-48
mm Hg) und Klarinette (20-34 mm Hg), wobei
hier gerade auch der minimal erforderliche Anblasdruck sehr hoch liegt (28 bzw. 16 mm Hg).
Bei den Blechbläsern liegen die Anblasdrücke
allesamt niedriger als 10 mm Hg auch wenn
gerade in dieser Instrumentengruppe die
höchsten Maximaldrücke gemessen wurden
(Mittelwerte: Trompete 134 mm Hg und Piccolo-Trompete 170 mm Hg). Diskussion: Die
von uns gemessenen Druckwerte unterscheiden sich z.T. deutlich von den Werten, die bislang publiziert wurden. Allerdings existieren
bisher lediglich Maximaldruck-Messungen und
keine detaillierten Messungen unter variierten
Bedingungen. Die vorliegende Untersuchung
legt hierzu umfassende Messreihen vor.
Schlussfolgerungen: Bei Betrachtung der
beim Spiel auf Blasinstrumenten erzielbaren
intraoralen Drücke spielen nicht nur Maximaldruckwerte eine Rolle, sondern auch – oder
sogar in erster Linie – die minimal erforderlichen Anblasdrücke und die Bandbreite der erzielten Drücke während des normalen Spiels.
Gerade in der Dauerbelastung liegt das
Hauptproblem für den menschlichen Organismus.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren