DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

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Zeitschrift 2015

Ausgabe 01 / 2015

Abstract

Starke Emotionen und Gänsehaut beim Musikhören: eine neue Theorie zum evolutionären Ursprung der Musik

Eckart Altenmüller und Reinhard Kopiez (Hannover)

Musik spielte zu allen Zeiten und spielt in allen
Kulturen eine wichtige Rolle: Mit Musik werden
mächtige Emotionen erzeugt, soziale Bindungen
vertieft und organisiert und sogar therapeutische
Ziele erreicht. Gerade die Stimme vereinigt magische Elemente, uralte kollektive Erfahrungen und
höchst lebendige Eigenschaften voll neuer Klänge.
Unsere Emotionen beim Hören von Gesang
hängen stark von Lernprozessen ab und können
durch Wissen und Kennen vertieft werden. Starke
Emotionen, die zu einem „Gänsehauterlebnis“
führen, treten z. B. häufiger auf, wenn musikalische Strukturparameter erkannt werden. Besonders wirkungsvoll sind dabei überraschende
Momente mit Verletzungen der musikalischen
Erwartung, aber auch Informationen zum Hintergrund einer Komposition können die Wirkung
vertiefen.
In dem Artikel werden neue Befunde zu den starken Emotionen beim Hören von Musik vorgestellt.
Die hirnphysiologischen Grundlagen emotionaler
Wirkungen werden an Beispielen erläutert und ein
Bezug zur Entwicklungsgeschichte des Menschen
und die Rolle der Musik im „Überlebenskampf “
wird hergestellt. Unser „Mixed-Origins-of-MusicModell“ (MOM-Modell) geht davon aus, dass die
emotionale Wirkung von Musik mehrere evolutionäre Grundlagen hat. Zum einen ist sie auf einem
allen Säugetieren gemeinsamen Code affektiver
Lautäußerungen (Schmerzensschreie, Wimmern,
Seufzen) begründet, zum anderen ist sie als „Erfindung“ des Menschen vor einigen hunderttausend
Jahren ausdifferenziert worden, wobei vermutlich
der parallel verlaufende Spracherwerb hier eine
wichtige Rolle spielte.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren