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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
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Zeitschrift 2022
Ausgabe 01 / 2022
Neurophysiologische und motivationspsychologische Grundlagen des Lernens
Eckart Altenmüller (Hannover)
In diesem Übersichtsartikel werden die neuropsychologischen Grundlagen des Lernens vor allem im musikalischen Bereich erörtert. Als Lernen wird Änderung
des Verhaltens, Denkens oder Fühlens auf Grund von
Erfahrungen verstanden. Die neurophysiologischen
Grundlagen musikalischen Lernens sind Neuroplastizität, die Fähigkeit unseres Gehirns, sich an
Spezialanforderung anzupassen. Dies geschieht unter
neurohormonellem Ein-uss, insbesondere des Motivations- und Belohnungshormons Dopamin. Auch
Neurohormone, die Aufmerksamkeit und Sicherheitsgefühl steuern wie Noradrenalin, Serotonin und
Oxytocin, erleichtern Lernvorgänge. Hirnphysiologisch sind am Lernen zahlreiche Regionen der
Hirnrinde, der Basalganglien, des Kleinhirns und des
Emotionssystem beteiligt.
Im Musikunterricht kommt Lernen als klassische
Konditionierung, operante Konditionierung, als
Lernen am Erfolg oder Misserfolg und als Lernen
durch Beobachtung vor. Lernen führt immer zur
Gedächtnisbildung, wobei unterschiedliche Gedächtnissysteme existieren. Im Langzeitgedächtnis unterscheiden wir das Handlungsgedächtnis, das vor allem
die Fertigkeiten am Musikinstrument speichert, von
dem Faktengedächtnis, dem Wissen über Musik.
Weitere Gedächtnissysteme sind das „Priming“, wo
vorbereitende Stimuli die Verarbeitung und den
Abruf nachfolgender Gedächtnisinhalte erleichtern
und das biographische „episodische“ Gedächtnis, das
meist sehr stark mit Emotionen angereichert ist.
Im letzten Abschni. des Artikels werden die
Bedingungen erfolgreichen Lernens erläutert. Neben
Wiederholung des Lernsto/es sind die emotionale Gewichtung der Lerninhalte, das Andocken
an persönliche Erfahrung und die assoziative
Verknüpfung mit zuvor gelernten Inhalten wichtig.
Chunking und Mnemotechniken können Lernen
ebenso erleichtern wie die Nutzung des kontextabhängigen und des zustandsabhängigen Gedächtnisses. Wichtig sind auch die Vermeidung von störenden Interferenzen mit zuvor oder danach Gelerntem
und ausreichender Schlaf.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren