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Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

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Zeitschrift 2021

Ausgabe 02 / 2021

Abstract

Gezieltes Minitrampolintraining zur Leistungssteigerung professioneller klassischer Sängerinnen und Sänger:

Axel Heil (Hannover), Manuel Feisst (Heidelberg), Juliane Dennert (Hannover)

Einleitung
Stimmliche Leistungsfähigkeit und musikalische
Vielfältigkeit sind zentrale Erfolgsmerkmale klassischer Sänger:innen. Beides ist maßgeblich von einer
hervorragend balancierten Atmung, insbesondere
ihrer Muskulatur und der Koordination derselben
beeinflusst. In der vorliegenden Studie wurde der
Einfluss eines gezielten Minitrampolintrainings auf
die Atemstabilität und Atemführung untersucht.
Material und Methoden
Diese explorative, 2:1 randomisierte Studie schloss
zwischen September 2019 und Juni 2020 20 professionelle klassische Sänger:innen (männlich: 11:
Altus: 1, Tenor: 5, Bariton/Bass: 5; weiblich: 9:
Sopran: 5, Mezzo/Alt: 4) ein. Die Interventionsgruppe (n=13) erhielt ein gezieltes Minitrampolintraining über 36 Wochen (6 Trainingseinheiten à
42 Tage), während die Kontrollgruppe ihre sängerische Arbeit „as usual“ fortsetzte, um den vorhanden
Leistungsstandard zu erhalten oder auszubauen. Zu
vier Zeitpunkten (vor Trainingsbeginn, nach 12, 24
und 36 Wochen) wurden u. a. die forcierte Vitalkapazität, exspiratorischer und inspiratorischer peak
flow und Einsekundenkapazität, Hecheldauer bei
stabiler Frequenz, der Stimmumfang und die maximale Phonationsdauer in Bezug auf Lautstärke und
Tonhöhe, zweiteres abhängig von der Stimmgattung,
gemessen.
Ergebnisse
Die Hecheldauer bei stabiler Frequenz sowie die
maximale Phonationsdauer waren in der Interventionsgruppe (=gezieltes Minitrampolintraining)
signifikant länger (p<0.05); der Unterschied
vergrößerte sich mit zunehmender Trainingsdauer.
Andere Leistungsmerkmale unterschieden sich
zwischen den Untersuchungsgruppen nicht oder
unwesentlich. Außerdem wurde kein Zusammenhang zwischen forcierter Vitalkapazität und maximaler Phonationsdauer gefunden.
Schlussfolgerung
Die Leistungsfähigkeit professioneller klassischer
Sänger:innen, ausgehend von der Atemkoordination,
scheint sich durch ein gezieltes Minitrampolintraining weit mehr verbessern zu lassen als durch
sängerisches Arbeiten „as usual&OpenCurlyDoubleQuote;.
Schüsselwörter
Minitrampolin, Trampolintraining, Atemstabilität,
Atemführung, Atembalance, Hecheln, maximale
Phonationsdauer
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Einleitung
Die Leistungsfähigkeit professioneller Sänger:innen
ist von vielen Parametern abhängig. Eine oftmals
unterschätzte Basis ist die Atmung, deren bestmögliche Koordination in direktem Zusammenhang mit
stimmlicher Leistungsfähigkeit und Ausdauer steht.
Diese mit dem Ziel eines möglichst gleichmäßigen
Atemstroms in Qualität und Quantität aus- und fortzubilden, ist eine der bedeutendsten Aufgaben für alle
Sänger:innen: Profis und Laien gleichermaßen. Da die
stimmliche Entwicklung und damit einhergehende
Veränderungen des sängerischen Leistungssystems
lebenslang fortbesteht, ist ein gezieltes Trainieren und
Koordinieren der Atmung auch für postgraduierte
Sänger:innen von besonderer Bedeutung. Hierbei kommen verschiedene in der Gesangspädagogik
übliche Methoden zum Einsatz. Zum Beispiel lang
ausgehaltene Luftströme auf f oder s, oder staccati
mit etwaig federndem Zwerchfell und Bauchdecke
auf p, t, k oder f, s, sch. Meist wird dabei jedoch
weder auf eine bestimmte, individuell angepasste
Körperhaltung geachtet, noch diesem Vorgehen
ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet.
Minitrampolintraining, das sich in verschiedenen
Zusammenhängen [6, 7, 8], aber besonders in den
Bereichen Balance, Koordination und Steigerung der
motorischen Leistung als höchst effektiv erwiesen
hat [2, 3, 4, 5], könnte eine Methode sein, um eine
Leistungssteigerung hinsichtlich Atemstabilität und
Atemführung zu erreichen. Theoretisch scheint hier
das besondere Zusammenwirken verschiedener
Muskelgruppen in einem sehr ausgewogenen Verhältnis zu stehen, was es wahrscheinlich erscheinen lässt,
positive Auswirkungen auf Atmung und gesangliche
Leistungsfähigkeit zu erzielen. Insbesondere die
Tatsache, dass sich im gleichmäßigen Schwingungsvorgang auf Gummiseilring-Mini-Trampolinen

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren