Für geschütze Inhalte () ist eine Anmeldung im Mitgliederbereich erforderlich. Login
DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Ihr Filter für das Schlagwort "musizierbezogene Erkrankungen" ergab: 2 Treffer
Zeitschrift 2025
Ausgabe 02 / 2025
Vorbeugung von fokaler Dystonie bei Musikerinnen und Musikern: Ein Leitfaden
Anna Détári und Eckart Altenmüller
Die Musikerdystonie ist eine aufgabenspezifische neurologische Bewegungsstörung, die mit einer Verschlechterung der feinmotorischen Kontrolle lang geübter Bewegungen am Instrument einhergeht. Etwa 1–2 % der Musikerinnen und Musiker sind betroffen. Häufig führt die Musikerdystonie zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Spielfähigkeit und zu einer Unterbrechung oder sogar Beendigung der beruflichen Karriere. Da die Genesung von dieser Erkrankung zeitaufwändig und keineswegs garantiert ist, ist Prävention von großer Bedeutung.
Die Störung entwickelt sich als Folge einer Fehlfunktion von neuronalen Netzwerken, die am Bewegungslernen beteiligt sind. In den letzten Jahren wurden eine Reihe von Risikofaktoren und Trigger für den Ausbruch der Erkrankung identifiziert. Während einige dieser Faktoren, wie z. B. genetische Veranlagung, nicht beeinflusst werden können, sind andere Trigger, wie z. B. Übestrategien, Lebensführung und psychosoziale Faktoren veränderbar. Sie können während der Ausbildung positiv beeinflusst werden. Daher kommt Instrumentalpädagoginnen und -pädagogen eine wichtige Rolle in der Prävention der Musikerdystonie zu.
Dieser Artikel soll Musikpädagoginnen und Musikpädagogen, aber auch angehenden Musikerinnen und Musikern Informationen über die Pathophysiologie der Erkrankung sowie die potenziellen Risikofaktoren bereitstellen und einen Leitfaden für praktische Präventionsmaßnahmen bieten.
Ausgabe 01 / 2025
Einfluss von Angst auf Übeverhalten und Aufführungsqualität bei erfahrenen Pianistinnen und Pianisten
Edoardo Passarotto, Florian Worschech, Eckart Altenmüller
EINLEITUNG: Musikerinnen und Musiker sind in hohem Maße auf intensives Üben angewiesen, um die
technische und künstlerische Beherrschung ihres Instruments zu erlangen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dysfunktionales Übeverhalten und Ängste werden häufig als mögliche Risikofaktoren für musizierbezogene Beschwerden und Erkrankungen genannt. Der Mechanismus, über den die genannten Faktoren
potenziell zur Entstehung musikermedizinischer Probleme beitragen, ist jedoch noch ungeklärt. Die vorliegende Studie soll diese Forschungslücke schließen und den Zusammenhang zwischen quantitativen Messungen von Angst, Übeverhalten und der Qualität der musikalischen Darbietung untersuchen.
METHODEN: Das Experiment bestand in der Erfassung und Analyse des Übeverhaltens von 30 Pianistinnen und Pianisten beim Einstudieren einer kurzen musikalischen Aufgabe.
ERGEBNISSE: Die meisten der mittels Selbstbericht erfassten Angst-Scores wiesen eine positive Korrelation mit der Übezeit auf, insbesondere die unmittelbar vor den Übesitzungen erfassten Werte. Ähnliche
Korrelationen ließen sich zwischen dem Angsterleben und der Anzahl der Repetitionen der musikalischen
Aufgabe feststellen. Physiologische Angstmarker zeigten hingegen nur einen schwachen Zusammenhang mit
dem Übeverhalten.
Nachfolgende Analysen ergaben, dass höhere Angst-Scores mit einer geringeren Qualität der musikalischen
Darbietung zu Beginn des Experiments assoziiert waren. Die Interaktion zwischen Lerntempo und Angst der
Teilnehmenden zeigte jedoch keinen Zusammenhang mit der Qualität der Darbietung. Zudem entwickelten
sich Angst und Spielqualität während der Übeeinheiten parallel: Pianistinnen und Pianisten, die ihre Leistung verbesserten, wiesen im späteren Verlauf des Experiments geringere Angstwerte auf.
DISKUSSION: Die Ergebnisse legen nahe, dass ängstliche Musikerinnen und Musiker ein erhöhtes Risiko
für musizierbezogene Beschwerden aufgrund von Überbeanspruchung und repetitiven Belastungen haben.
Zukünftige Forschungsansätze sowie klinische Implikationen werden erörtert.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren