DGfMM – Fachzeitschrift

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Zeitschrift 2010

Ausgabe 03 / 2010

Abstract

Der Einfluss der beruflichen Exposition auf die funktionelle Sprunggelenksstabilität bei Musikern

Susanne Rein, Tobias Fabian, Hans Zwipp, Jan Heineck, Stefan

Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, den
Einfluss der beruflichen und professionellen
Nutzung der Füße auf die funktionelle
Sprunggelenksstabilität bei Musikern zu
untersuchen.
Methoden: 30 professionelle Organisten
wurden mit 30 professionellen Pianisten und
30 Kontrollpersonen verglichen. Alle
Studienteilnehmer füllten einen Fragebogen
aus. Die Beweglichkeit des Sprunggelenkes
wurde mit einem Standardgoniometer
gemessen, die peroneale Reaktionszeit (PRT)
mit der Kippplattform bestimmt. Anschließend
wurde der Fußpositionstest nach Glencross
durchgeführt. Die Balancefähigkeit wurde mit
dem Biodex-Stabilitäts-System für das stabile
Level 8 sowie das etwas instabilere Level 2
jeweils im bilateralen Stand und
Einzelbeinstand untersucht. Die statistische
Auswertung zwischen den einzelnen
Untersuchungsgruppen erfolgte mit dem
Kruskal-Wallis- und Mann-Whitney-Test sowie
der Bonferroni-Holm Adjustierung und dem
exakten Fisher-Test.
Ergebnisse: 9 von 30 Organisten und 5 von
30 Pianisten gaben an, bereits früher ein
Supinationstrauma des Sprunggelenkes
erlitten zu haben. Pianisten hatten eine
signifikante größere Flexion beider
Sprunggelenke im Vergleich zu Organisten
(p≤0,01) und eine größere Flexion des rechten
Sprunggelenkes im Vergleich zu
Kontrollpersonen (p=0,02). Der
Fußpositionstest und die Messungen der
posturalen Stabilität ergaben keine
signifikanten Unterschiede zwischen allen
Gruppen. Die PRT des rechten M. peroneus
longus war bei Pianisten im Vergleich zu
Organisten signifikant verlängert (p=0,008).
Die Erstpublikation dieser Arbeit erfolgte unter
folgender Referenz: Rein, S., Fabian, T.,
Zwipp, H., Heineck, J., Weindel, S.: Influence
of the profession on functional ankle stability in
musicians. Medical Problems of performing
artists, 2010, 25(1); 22-28. Mit freundlicher
Genehmigung des Verleger/Editor von MPPA
darf ein Nachdruck des Artikels in deutscher
Sprache in dieser Zeitschrift: Musikphysiologie
und Musikermedizin, erfolgen.
Schlussfolgerung: Organisten zeigten eine
höhere Inzidenz von Distorsionen des
Sprunggelenkes. Trotz erhöhter
berufsbedingter Belastung der Sprunggelenke
haben Organisten im Vergleich zu
Kontrollpersonen weder eine bessere
funktionelle Sprunggelenksstabilität noch eine
bessere Beweglichkeit im Sprunggelenk.
Pianisten zeigten eine größere
Flexionsfähigkeit der Sprunggelenke, welche
am ehesten auf die ausschließliche Flexions-/
Extensionsbewegung beim Treten der
Klavierpedale zurückzuführen wäre. Tägliche
propriozeptive Übungen werden für
Berufsgruppen empfohlen, die eine
professionelle Tätigkeit mit den Füßen
ausführen, um Sprunggelenksverletzungen zu
minimieren und die funktionelle
Sprunggelenksstabilität und Balancefähigkeit
zu verbessern.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren