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Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

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Zeitschrift 2021

Ausgabe 01 / 2021

Abstract

Stimm- und Kehlkopfveränderungen im Alter (Presbyphonie und Presbylarynx)

Wolfgang Angerstein (Düsseldorf)

Etwa 20 % der über 60-Jährigen weisen eine
Altersstimmstörung (Presbyphonie) auf, die oftmals von Presbyakusis (Altersschwerhörigkeit),
Presbyphagie (Schluckstörungen im Alter), Presbyvertigo (Altersschwindel) und/oder Presbyopie
(Alterssichtigkeit) begleitet wird.
Presbyphonie betrifft die Singstimme häufiger, früher
und deutlicher als die Sprechstimme. Aber nicht nur
Qualität und Belastbarkeit von Sing- und Sprechstimme werden beeinträchtigt, auch der Atemantrieb
wird durch die eingeschränkte Lungenfunktion
schwächer. Durch das Absenken des Kehlkopfes
verändern sich bei Senioren zudem die Resonanzverhältnisse im Ansatzrohr, und das Aspirationsrisiko steigt. Die stimmlichen Einbußen beruhen auf
morphologischen Altersveränderungen des Kehlkopfes (Prebylarynx), die sowohl das ektolaryngeale
Kehlkopfskelett als auch die endolaryngealen Weichteile (insbesondere die Stimmlippen) betreffen. Der
Vokalismuskel atrophiert und wird hypoton, was
zu einer spindelförmig-ovalären Glottisschlussinsuffizienz mit Luftverlust bei Phonation führt. Die
Schleimhäute trocknen aus im Sinne einer Laryngitis
sicca.
Bei der Stimmrehabilitation im Alter müssen
allgemeine und speziell auf die Stimme bezogene
Behandlungsoptionen unterschieden werden: Zu
den allgemeinen Therapieansätzen gehört die
Mitbehandlung internistischer und neurologischer
Grunderkrankungen (z. B. Reflux, neurodegenerative
oder zerebrovaskuläre Erkrankungen) – auch Nebenwirkungen von Medikamenten müssen beachtet
werden. Ein gesunder Lebensstil ohne Noxen
begünstigt den Funktionserhalt von Phonations- und
Atemorganen. Stimmtherapeutisch kommen sowohl
Tonisierungsübungen zur Verbesserung des phonatorischen Glottisschlusses als auch detonisierende
Entspannungsübungen zum Abbau supraglottischer
hyperfunktioneller Pressmechanismen in Betracht.
In Einzelfällen mit großem Glottisspalt bei Phonation kann eine phonochirurgische Stimmlippenaugmentation den Glottisschluss verbessern und
somit die Stimme kräftigen. Stimmhygienische
Maßnahmen (z. B. regelmäßiges Befeuchten der
Atemwege) ergänzen das Stimmtraining.
Singen im Alter hat sowohl psychosozial (Steigerung
des Wohlbefindens und der sozialen Teilhabe) als
auch immunologisch (Anstieg des IgA im Speichel)
positive Effekte.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren