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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2010
Ausgabe 03 / 2010
Hirnphysiologische Korrelate musikalischer Begabung: Gibt es eine Haydn-Windung?
Eckart Altenmüller, Hannover
Musikphysiologie und Musikermedizin 2010, 17. Jg., Nr. 3 69 Hirnphysiologische Korrelate musikalischer Begabung: Gibt es eine Haydn-Windung? Eckart Altenmüller, Hannover Haydn’s Schädel – Eine Einleitung Hoch betagt und hoch geehrt starb am 31. Mai 1809 der Komponist Joseph Haydn in Wien. Neben Mozart und Beethoven gehört er zu den „Big Three“, den drei bedeutendsten Vertretern der sogenannten ‚Wiener Klassik‘. Joseph Haydn wurde auf dem Hundsturmer Friedhof in Wien beigesetzt, wo sein Grab zunächst von der Familie seines Dienstherren und Förderers Graf Esterhazy nicht mehr beachtet wurde. Erst die Bewunderung des Herzogs von Cambridge erinnerte Fürst Nikolaus II. wieder an den ehemaligen Bediensteten und an dessen großartige kompositorische Leistungen. Er ließ Joseph Haydn 1820 exhumieren und nach Eisenstadt in die Bergkirche überführen. Dort hätte er in Frieden ruhen können, wenn nicht beim Öffnen des Sargs der Schädel des Komponisten gefehlt hätte.
Der Einfluss der beruflichen Exposition auf die funktionelle Sprunggelenksstabilität bei Musikern
Susanne Rein, Tobias Fabian, Hans Zwipp, Jan Heineck, Stefan
Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, den
Einfluss der beruflichen und professionellen
Nutzung der Füße auf die funktionelle
Sprunggelenksstabilität bei Musikern zu
untersuchen.
Methoden: 30 professionelle Organisten
wurden mit 30 professionellen Pianisten und
30 Kontrollpersonen verglichen. Alle
Studienteilnehmer füllten einen Fragebogen
aus. Die Beweglichkeit des Sprunggelenkes
wurde mit einem Standardgoniometer
gemessen, die peroneale Reaktionszeit (PRT)
mit der Kippplattform bestimmt. Anschließend
wurde der Fußpositionstest nach Glencross
durchgeführt. Die Balancefähigkeit wurde mit
dem Biodex-Stabilitäts-System für das stabile
Level 8 sowie das etwas instabilere Level 2
jeweils im bilateralen Stand und
Einzelbeinstand untersucht. Die statistische
Auswertung zwischen den einzelnen
Untersuchungsgruppen erfolgte mit dem
Kruskal-Wallis- und Mann-Whitney-Test sowie
der Bonferroni-Holm Adjustierung und dem
exakten Fisher-Test.
Ergebnisse: 9 von 30 Organisten und 5 von
30 Pianisten gaben an, bereits früher ein
Supinationstrauma des Sprunggelenkes
erlitten zu haben. Pianisten hatten eine
signifikante größere Flexion beider
Sprunggelenke im Vergleich zu Organisten
(p≤0,01) und eine größere Flexion des rechten
Sprunggelenkes im Vergleich zu
Kontrollpersonen (p=0,02). Der
Fußpositionstest und die Messungen der
posturalen Stabilität ergaben keine
signifikanten Unterschiede zwischen allen
Gruppen. Die PRT des rechten M. peroneus
longus war bei Pianisten im Vergleich zu
Organisten signifikant verlängert (p=0,008).
Die Erstpublikation dieser Arbeit erfolgte unter
folgender Referenz: Rein, S., Fabian, T.,
Zwipp, H., Heineck, J., Weindel, S.: Influence
of the profession on functional ankle stability in
musicians. Medical Problems of performing
artists, 2010, 25(1); 22-28. Mit freundlicher
Genehmigung des Verleger/Editor von MPPA
darf ein Nachdruck des Artikels in deutscher
Sprache in dieser Zeitschrift: Musikphysiologie
und Musikermedizin, erfolgen.
Schlussfolgerung: Organisten zeigten eine
höhere Inzidenz von Distorsionen des
Sprunggelenkes. Trotz erhöhter
berufsbedingter Belastung der Sprunggelenke
haben Organisten im Vergleich zu
Kontrollpersonen weder eine bessere
funktionelle Sprunggelenksstabilität noch eine
bessere Beweglichkeit im Sprunggelenk.
Pianisten zeigten eine größere
Flexionsfähigkeit der Sprunggelenke, welche
am ehesten auf die ausschließliche Flexions-/
Extensionsbewegung beim Treten der
Klavierpedale zurückzuführen wäre. Tägliche
propriozeptive Übungen werden für
Berufsgruppen empfohlen, die eine
professionelle Tätigkeit mit den Füßen
ausführen, um Sprunggelenksverletzungen zu
minimieren und die funktionelle
Sprunggelenksstabilität und Balancefähigkeit
zu verbessern.
Warum brauchen wir Musikermedizin und Musikphysiologie?
Eckart Altenmüller, Hannover
Musikphysiologie und Musikermedizin 2010, 17. Jg., Nr. 3 103 Warum brauchen wir Musikermedizin und Musikphysiologie? Eckart Altenmüller, Hannover Warum brauchen wir Musikphysiologie und Musikermedizin? Warum wird ein neues Institut in Köln gegründet. Und warum wäre es schön, noch weitere Institute an Deutschlands Musikhochschulen zu gründen? An dieser Stelle sei zunächst Frau Ostwald dafür gedankt, dass sie zugestimmt hat, dieses Institut nach ihrem verstorbenen Mann zu benennen. Peter Ostwald hat in seinen zahlreichen Schriften, und insbesondere in seinen großen Monographien zu Schumann, Nijinsky und zu Glenn Gould eindrücklich gezeigt, welchen ungeheuren Stressfaktoren Künstler im Laufe ihres Lebens ausgesetzt sind und wie zerbrechlich künstlerische Spitzenleistungen sind. Peter Ostwald hat aber auch in seinen Schriften beschrieben, was Künstlern die Kraft gibt und welche Ressourcen sie nutzen um die gesellschaftlich erwartete Höchstleistung zu erbringen.
Händigkeit: ihre theoretischen Grundlagen und ihre Bedeutung für das Instrumentalspiel
Reinhard Kopiez, Hannover & Niels Galley, Köln
90 R. Kopiez & N. Galley – Händigkeit: Grundlagen und Bedeutung fürs Instrumentalspiel Händigkeit: ihre theoretischen Grundlagen und ihre Bedeutung für das Instrumentalspiel Reinhard Kopiez, Hannover & Niels Galley, Köln Einleitung Trotz weitgehender morphologischer Gleichheit ist die Funktionalität der Hände bei den Menschen in entscheidender Art verschieden, wobei bei den meisten Menschen die rechte Hand der linken überlegen ist. Diese Asymmetrie der Handleistungsfähigkeit wird üblicherweise als „Händigkeit“ bezeichnet. Während es im Alltagsleben zahlreiche Möglichkeiten gibt, die Handleistungsunterschiede zu kompensieren, ist dies beim bimanuellen Instrumentalspiel so gut wie nicht möglich. Damit kommt der Händigkeit eine wichtige Rolle in der Bestimmung der Gesamtleistungsfähigkeit am Instrument zu. So wird auch in den jüngeren instrumentalpädagogischen Diskursen die Bedeutung der Händigkeit diskutiert.
Musizieren lehren und lernen: Licht und Schatten Ein Rückblick auf die 4. musikermedizinische Tagung der Psychosomatischen Klinik Bad Neustadt in Kooperation mit der DGfMM
Lothar Schattenburg, Rudolf J. Knickenberg (Bad Neustadt) & Maria
Musikphysiologie und Musikermedizin 2010, 17. Jg., Nr. 107 Berichte Musizieren lehren und lernen: Licht und Schatten Ein Rückblick auf die 4. musikermedizinische Tagung der Psychosomatischen Klinik Bad Neustadt in Kooperation mit der DGfMM Lothar Schattenburg, Rudolf J. Knickenberg (Bad Neustadt) & Maria Schuppert (Detmold) Die 4. musikermedizinische Tagung der Psychosomatischen Klinik Bad Neustadt vom 11.- 12. Juni 2010 fand wieder in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin statt. Sie stand unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. R.J. Knickenberg, Prof. Dr. S. Kerber, Prof. Dr. H. Möller und Prof. Dr. M. Schuppert. Interdisziplinär wurden medizinische, psychologische, pädagogische und künstlerische Aspekte der Musikerziehung und der Musikausübung beleuchtet. Dabei sollte das Musizieren vor allem unter dem Aspekt der Ressource und Entwicklungsförderung diskutiert werden.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren