DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

Zeitschrift 2007

Ausgabe 01 / 2007

Abstract

Musiker-Psychotherapie – wann hilft was?

G. Heydt, Stuttgart

Nicht selten kommt es bei Musikern zu psychosomatischen oder seelischen Störungen,
die in ihrem Schweregrad stark variieren können von leichter Aufführungsangst bis zur völligen Unmöglichkeit des Auftretens und drohender Berufsunfähigkeit. Frühe musikerspezifische Diagnostik kann zu einem dem Schweregrad angemessenen Behandlungsangebot
führen, das von Beratung über Kurztherapie bis
zu längerfristiger Psychotherapie oder stationärem Behandlungsintervall reichen kann. In
vielen Fällen können mit diesen Angeboten
gute Befundverbesserungen erzielt werden.

Abstract

Der klinische Fall: „1,4 Promille beim Schlussapplaus“ Alkohol als Selbstmedikation bei Bühnenangst

P. Abilgaard, Köln

Bühnenangst ist unter Berufsmusikern eine
vergleichsweise häufige Störung (Möller 2005,
Mantel 2003, Krawehl 2000, Mantel 2001,
Lederman 1999, Blum 1995).
In der Allgemeinbevölkerung steht Alkoholismus an erster Stelle, was den volkswirtschaftichen Schaden angeht (BMG 2000, DHS
2005). Es verwundert daher kaum, dass die
Bühnenangst nicht selten gemeinsam mit einer
Alkoholerkrankung auftritt (Abilgaard 2003).
Folgender anonymisierter Fall zeigt, dass beide Störungsbilder erheblich miteinander interagieren und für den Behandler und den Behandlungserfolg die eingehende Kenntnis des
Berufsalltages von Berufsmusikern von Vorteil
ist.

Abstract

Dysfunktionen des Bewegungssystems bei jungen Musikern

A. Steinmetz, H. Möller, Berlin

Einseitige Belastungen des Bewegungs-
systems führen zu Funktionsstörungen und
langfristig auch zu muskuloskeletalen Überlas-
tungssyndromen.
Insbesondere Musiker entwickeln im Laufe
ihrer Karriere sehr häufig Beschwerden und
Erkrankungen im muskuloskeletalen System.
Vor diesem Hintergrund sollte in dieser Studie
untersucht werden, inwiefern schon bei jungen
Musikern zu Beginn ihrer Ausbildung Dysfunk-
tionen des Bewegugssystems vorliegen.
Insgesamt wurden an der Universität der Küns-
te Berlin (UdK) 36 MusikstudentInnen im
Vergleich zu einer Kontrollgruppe von 19 So-
zoialpädagogik-StudentInnen der Alice Salo-
mon Fachhochschule (ASFH) manualmedizi-
nisch auf Funktionsstörungen des Bewe-
gungssystems untersucht.
Der Vergleich der beider Untersuchungsgrup-
pen zeigt, dass Musikstudenten mit durch-
schnittlich 10 Funktionsstörungen pro Person
gegenüber 4.5 Störungen der Sozialpädago-
gikstudenten doppelt so viele Funktionsstörun-
gen aufweisen.
In der statistischen Einzelanalyse ließen sich
bei 5 der insgesamt 23 untersuchten Einzelbe-
funde ein statistisch signifikantes häufigeres
Vorkommen in der Musikergruppe nachweisen
(Abschwächung M. sternocleidomastoideus;
Verspannung laterale Schulter-Rotatoren; ein-
geschränkte HWS-Rotation; blockierte Kopfge-
lenke und blockierte 1. Rippe). Deutlich häufi-
ger zeigen sich in der Musikergruppe auch
Anzeichen einer Epicondilitis ulnaris (54,5%
versus 21,1%) sowie ein positiver Finkelstein-
test (25% versus 5,3%).
Beschwerden beim Instrumentalspiel haben
unter den Musikstudenten 96,8% (1 Ausnah-
me). 41,9% „gelegentlich“ und 35,5% „sehr
häufig“. Deutliche Unterschiede zeigen sich
auch in der subjektiven Gesundheitseinschät-
zung der beiden Gruppen

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren