DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

Zeitschrift 2009

Ausgabe 03 / 2009

Abstract

Die Vertreibung aus dem Paradies - Die Fokale Dystonie in der Musikerpraxis: Retraining nach den Prinzipien der Dispokinesis 

Angelika Stockmann, Essen

Der vorliegende Aufsatz ist ein Erfahrungsbericht über die Arbeit mit an Fokaler Dystonie
erkrankten Musikern in der Dispokinesispraxis.
Die Symptomatik der Dystonie stellt ein komplexes muskulär-kortikales Muster dar, bei
dem die „Verkörperung von Intensität“ in Bezug auf den musikalischen Ausdruck im
Selbstbild des Musikers eine bedeutende Rolle
spielt. Entsprechend komplex gestalten sich
die Retrainingprozesse, an deren Ende eine
unfassende Selbstkompetenz des Musikers
steht.
Der dispokinetische Ansatz umfasst drei
Schichten:
1) Zunächst geht es um die Verbesserung der
allgemeinen körperlichen Disposition sowie um
die Vertiefung des sensomotorischen Feedbacks.
2) Die Neuorganisation grundsätzlicher Bewegungskoordinaten führt zum Prinzip „Organisieren statt Kontrollieren“ und zu einer neuen
Qualität von Bewegungsvorstellungen.
3) Dies stellt die Voraussetzungen dar, um die
stereotypen Muster am Instrument durch „ursprüngliche“ Ausdrucksbewegungen ersetzen
zu können.
Das Ziel ist eine gelungene Integration von
Funktionalität und persönlicher Ausdrucksfreiheit.
Das Krankheitsbild der Dystonie stellt in diesem Sinne auch eine Herausforderung an die
Musikerausbildung dar: Eine umfassende und
kompetente Anleitung zum „Selbstmanagement“ ist die beste Prävention.

Abstract

Dystonie – Ein Erfahrungsbericht

Sebastian Schärr, Köln

Musikphysiologie und Musikermedizin 2009, 16. Jg., Nr. 3 185 Dystonie – Ein Erfahrungsbericht Sebastian Schärr Es begann langsam und schleichend. Zuerst war es ein Gefühl, als ob man zu viel gespielt hätte, was zum damaligen Zeitpunkt sicher auch der Fall gewesen war. Dann kamen Kontrollverluste dazu. Durch die andauernde Überbelastung hatte sich langsam und unmerklich der Ansatz verschoben, die über Jahre hinweg eingeübten Reflexe kamen ins Schwanken und gingen letztlich ganz verloren. „Wie war das Gefühl bei einer Bindung?“ „Wie war das Gefühl für hohe Töne?“ „Wie war das Gefühl für tiefe Töne?“ „Wo war die Zunge beim Stoß?“ Und dann schlussendlich manifestierte sich der falsche Reflex, die muskuläre Fehlfunktion, welche uns allen als Dystonie bekannt ist, hatte sich festgesetzt und mein Handeln übernommen. Natürlich habe auch ich nie gedacht, dass ausgerechnet mir so etwas passieren würde.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren