DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

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Zeitschrift 2024

Ausgabe 03 / 2024

Abstract

SIRIUS 6.0 – Klaviaturen, die Hände wachsen lassen

Ulrike Wohlwender, Silvia Molan

Seit 2020 widmet sich die Zukunftsinitiative SIRIUS 6.0 dem Erfahrungsaustausch, der Verbreitung
und der Weiterentwicklung von Klaviaturen mit schmaleren Tasten. Sie bewegt sich an der Schnittstelle
Pianistik-Musikphysiologie-Musikermedizin. SIRIUS 6.0 Klaviaturen lassen Hände um ca. eine halbe Taste
pro Oktave ‚wachsen‘. Das Oktavmaß ist 152,4 mm bzw. 6.0 inch, also 12,6 mm schmaler als bei Normklaviaturen (165 mm bzw. 6.5 inch).
Selbst Pianistinnen und Pianisten, die an Normklaviaturen eine Dezime erreichen, erleben an SIRIUS 6.0
Klaviaturen ein freieres Spielgefühl, geringere Anstrengung, höhere Präzision und feinere Klangbalance. Fast
alle sind überrascht, wie schnell sie adaptieren – von der 6.5 inch-DIN-Norm zu 6.0 und zurück. Viele können eine gewisse Leichtigkeit auf die Normklaviatur übertragen.
Wissenschaftliche Grundlage der Zukunftsinitiative SIRIUS 6.0 sind u.a. Spannweiten-Daten von Pianistinnen und Pianisten, kausale Zusammenhänge von spielbedingten muskuloskelettalen Überlastungssyndromen und kleinen Spannweiten, schmaler mensurierte Hammerflügel 1785-1825, der Gender-Gap bei Klavierwettbewerben mit romantischem Repertoire sowie Erfahrungen und Forschung an DS6.0®-Klaviaturen
in den USA.
Nach einer 4-jährigen Pilotphase mit dem Prototyp SIRIUS 6.0 wurde an der HMDK Stuttgart im Frühjahr
2024 die europaweit erste austauschbare SIRIUS 6.0 Klaviatur für einen Steinway D Konzertflügel eingeweiht. Die HfM Nürnberg (2023), das TLK Innsbruck (2024) und die HMTM München (2025) haben sich
der Zukunftsinitiative SIRIUS 6.0 angeschlossen. 2024 hat die Deutsche Rentenversicherung einer Pianistin
eine SIRIUS 6.0 Klaviatur als „technische Hilfe zur Arbeitsplatzausstattung“ bewilligt.

Zeitschrift 2022

Ausgabe 03 / 2022

Abstract

Yoga für Musikerinnen und Musiker

Janina Kruse

Einleitung: Yoga wird unter verschiedenen Aspekten geübt und kann auch einen Ansatz zur Behandlung
körperlicher sowie seelischer Beeinträchtigungen
bieten. In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte ein positiver Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden sowohl bei therapeutischem als auch
präventivem Einsatz des Yoga festgestellt werden. In
diesem Artikel soll der Einfluss der Yogapraxis auf das
Üben am Instrument sowie Körperbewusstsein und
Wohlbefinden Musikstudierender dargestellt werden.
Methoden: Zwischen Juli und November 2020
wurden Musikstudierende zur Teilnahme an einem
Online-Yogakurs im Umfang von 10 Einheiten mit je
75min eingeladen. Mittels Vorher-Nachher-Befragung
wurden Veränderungen in den Bereichen körperliche
und mentale Gesundheit sowie Schlafqualität, Körperbewusstsein, Haltung und Selbstbewusstsein erfasst.
Ergebnisse: Die subjektive Einschätzung der Studierenden bezüglich Haltung, Atmung und Körperbewusstsein hat sich verbessert, während Verspannungen und
Schmerzen rückläufig waren. Zudem wird von einem
stabileren Stand bzw. Sitz bei der musikalischen Tätigkeit berichtet. Darüber hinaus ist eine Steigerung des
Selbstbewusstseins zu verzeichnen. Insgesamt fällt es
den Teilnehmenden nach der Kursteilnahme deutlich
leichter, sich zu entspannen, und es gelingt den Studierenden, einige Yogahaltungen insbesondere in den
Übepausen der täglichen musikalischen Praxis bewusst
einzusetzen.
Fazit: Bereits nach sehr kurzer Zeit lassen sich positive
Veränderungen feststellen. Durch die Kursteilnahme
konnten Haltung und Körperwahrnehmung verbessert
werden. Schmerzen, Fehlhaltungen sowie muskuläre
Verspannungen der Teilnehmenden waren rückläufig.
Darüber hinaus hat Yoga einen positiven Einfluss auf für
die musikalische Tätigkeit wichtige psychische Faktoren.

Zeitschrift 2020

Ausgabe 03 / 2020

Abstract

Erfordernisse und Möglichkeiten im Umgang mit psychosozialen Belastungen bei Orchestermusikern

Friederike Hübner (Dresden)

Die sozialen Gegebenheiten und zwischenmenschlichen Beziehungen im Orchesteralltag mit ihren
unterschiedlichen Kommunikationsformen untereinander (verbal/nonverbal/musikalisch) sind
ein wesentlicher Bestandteil bei der Ausübung des
Orchesterspiels und können positive wie negative
Auswirkungen auf das Musizieren haben. Psychosoziale Belastungen bei Orchestermusikern sind von
essenzieller Bedeutung bei der Betrachtung musikerspezifischer Krankheitsbilder. In der Musikermedizin
zählen sie zu den möglichen mitauslösenden Faktoren
bei der Entstehung musikermedizinischer Störungen.
In der Literatur sind immer wieder Verweise auf eine
Notwendigkeit der Beachtung psychosozialer Faktoren im Orchesteralltag zu finden. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass in der Praxis dieser
Notwendigkeit nach wie vor nur sehr eingeschränkt
Rechnung getragen wird. Teamfähigkeit und
Führungskompetenz, gegenseitige Wertschätzung
und Sensibilisierung im sozialen Bereich sowie
Kommunikationsfähigkeit gehören hier zu wesentlichen Punkten, die es zu beachten und gegebenenfalls zu verbessern gilt.
Konfliktmanagement, Kommunikationstrainings,
Workshops zu Themen wie Teamentwicklung und
Führungsverhalten sowie Mitarbeiterbefragungen
anhand von Fragebögen und in Form persönlicher
Gespräche können hier u. a. zur Unterstützung
genutzt werden.

Zeitschrift 2019

Ausgabe 02 / 2019

Abstract

Situationsanalyse und Handlungsempfehlungen im Bereich betrieblicher Gesundheitsförderung von Berufsmusikern in den deutschen Kulturorchestern

Friederike Hübner (Dresden)

Aufgrund erhöhter physischer, psychischer und
psychosozialer Belastungen im Arbeitsalltag unterliegt der Beruf des Orchestermusikers einer stärkeren
Gesundheitsgefährdung als andere Berufsgruppen.
Mittels betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) ist
es möglich, durch speziell auf den individuellen Bedarf
abgestimmte Maßnahmen Gefahren vorzubeugen
und Gesundheit zu fördern. Dadurch wird frühzeitige
Arbeitsunfähigkeit durch Berufserkrankungen
verringert sowie grundsätzlich ein gesundes Arbeitsklima geschaffen. Hierbei ist auf partizipatives und integratives Handeln sowie regelmäßige Evaluationen der
Maßnahmen zu achten, um Effektivität, Effizienz und
somit einen langfristigen Erfolg zu gewährleisten.
Die aktuelle Situation in den deutschen Kulturorchestern wurde anhand von Leitfaden gesteuerten
Interviews analysiert. Es konnten dabei 58 % der deutschen Kulturorchester erfasst werden. Als Ergebnis wird ersichtlich, dass die Durchführung betrieblicher Gesundheitsförderung in Kulturbetrieben
für Orchestermusiker mehr nach tatsächlichem
Bedarf gesteuert werden muss. Neben Impulsen im
physiologischen Bereich sowie Optimierung der
Arbeitsverhältnisse spielen dabei die Kommunikation von Bedürfnissen, Sensibilisierung für die Thematik und Informationsaustausch eine entscheidende
Rolle. Aufklärungsbedarf gibt es in den Bereichen der
möglichen Finanzierung, der individuellen Bedarfserhebung sowie der Schaffung von Grundlagen für
langfristige BGF-Maßnahmen.
Vorliegende Handlungsempfehlungen können die
Umsetzung von betrieblicher Gesundheitsförderung
im Orchester unterstützen.

Zeitschrift 2017

Ausgabe 02 / 2017

Abstract

Gesundheit und Präventionsverhalten von Musikstudierenden an verschiedenen deutschen Musikhochschulen

Nusseck, Manfred (Freiburg), Mornell, Adina (München), Voltmer, Edgar (Lübeck), Kötter, Thomas (Lübeck), Schmid, Berthold (Leipzig), Blum, Jochen (Frankfurt),  Türk-Espitalier, Alexandra (Frankfurt-Wien), Spahn, Claudia (Freiburg)

Die körperliche und psychische Gesundheit bei
Berufsmusikerinnen und -musikern wurde in
Untersuchungen bereits mehrfach als risikobehaftet beurteilt. Dabei wurden häufig Überlastungen
und Überanstrengungen bei gleichzeitigem Mangel
an präventivem Verhalten festgestellt. Die Phase
der professionellen Ausbildung ist deshalb für die
Etablierung eines Gesundheitsbewusstseins und
die Vermittlung präventiver Maßnahmen entscheidend. In der hier vorgestellten multizentrischen
epidemiologischen Studie wurden Musikstudierende an fünf bundesweiten Musikhochschulen in
jährlichen Abständen über standardisierte Fragebögen zu ihrem Gesundheitsstatus – dem Vorliegen spieleinschränkender Beschwerden, der Durchführung präventiver Maßnahmen und dem Besuch
von gesundheitsbezogenen Angeboten – befragt.
Die Ergebnisse zeigen für jede Hochschule ein
ähnliches Bild. Bereits 29% der Musikstudierenden beginnen ihr Studium mit spielbezogenen
gesundheitlichen Beschwerden. Diese Anzahl stieg
im zweiten Studienjahr auf 42% an. Die Durchführung präventiver Gesundheitsmaßnahmen nahm
ebenfalls im Laufe des Studiums stetig zu. Zusammenhänge zwischen spielbeeinträchtigenden
Beschwerden und präventiven Aktivitäten, Persönlichkeitseigenschaften (NEO-FFI) und arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmustern (AVEM)
wurden analysiert. Die Ergebnisse liefern wichtige Anregungen für die überregionale Diskussion
zur generellen Verbesserung von präventiven
Vorgehensweisen im Fach Musikphysiologie und
Musikermedizin an deutschen Musikhochschulen.

Abstract

Musikermedizinische Versorgung – Stand und Ausblick

Johannes Egbert Seidel (Weimar) und Maria Schuppert (Würzburg)

Das Fach Musikphysiologie und Musikermedizin
und die musikermedizinische Versorgung haben
in den vergangenen beiden Jahrzehnten erhebliche Fortschritte erfahren. Es besteht allerdings eine
große Heterogenität in den Versorgungsstrukturen innerhalb und außerhalb der Hochschulen für
Musik. Die Frage, welche Varianten musikermedizinischer Versorgung und Musikerambulanzen zu
bevorzugen sind, lässt sich angesichts der vielfältigen Aufgaben und Inhalte der Musikphysiologie und
Musikermedizin, der unterschiedlichen Kompetenzprofile involvierter ÄrztInnen und TherapeutInnen sowie der Standortspezifika schwer beantworten und lässt Raum für Diskussionen und neue
Entwicklungen. Im Folgenden sollen sowohl aktuelle Modelle als auch weitere denkbare Varianten
musikermedizinischer Beratung und Versorgung
vorgestellt, hinterfragt und im Pro- und ContraModus diskutiert werden.

Zeitschrift 2016

Ausgabe 03 / 2016

Abstract

Musikermedizin in Deutschland: eine Standortbestimmung

Maria Schuppert (Würzburg) und Eckart Altenmüller (Hannover)

In diesem Übersichtsartikel werden die Errungenschaften der Musikermedizin in den letzten 20
Jahren in Deutschland zusammengefasst. Die
großen musikermedizinischen Themen sind die
Prävention und Behandlung von spielbedingten
Schmerzsyndromen, von neurologischen Erkrankungen, insbesondere der Nervenkompressionssyndrome und der Musikerdystonien, und von
Angststörungen, die als Auftrittsangst häufig die
Berufsfähigkeit von Musikern bedrohen. Aber
auch internistische Erkrankungen spielen in der
Musikermedizin eine zunehmende Rolle. Auf all
diesen Gebieten ist in den letzten beiden Jahrzehnten eine deutliche Verbesserung der präventiven
und therapeutischen Möglichkeiten erzielt worden.
Darüber hinaus sind zahlreiche Institute, Netzwerke und außeruniversitäre musikermedizinische
Institutionen gegründet worden, die als Adressenliste im Anhang verzeichnet sind.

Ausgabe 02 / 2016

Abstract

Belastung des Stütz- und Bewegungssystems beim Instrumentalspiel Querflöte

Petra Günther, Egbert Seidel, Judith Elischer und Marianne Steffen-Wittek (Weimar)

Durch die Asymmetrie der Spielhaltung eines
Querflötisten werden an das Stütz- und Bewegungssystem hohe Anforderungen gestellt. So ist
eine „Idealhaltung“ zur Vermeidung von artikulären, myo- und viszerofaszialen Funktionsstörungen nicht festzulegen, da sie von vielen individuellen Faktoren abhängt. Präventionsmaßnahmen wie
Selbstmobilisationstechniken, Antigravitationsund Relaxationstechniken, Stabilisations- und
Kräftigungsübungen sowie Koordinations-, Wahrnehmungs- und Gleichgewichtsübungen und
darüber hinaus eine gute Compliance des Instrumentalisten sind hilfreich, um das frühzeitige
Ausscheiden aus dem Musikerberuf zu vermeiden.

Zeitschrift 2009

Ausgabe 03 / 2009

Abstract

Die Vertreibung aus dem Paradies - Die Fokale Dystonie in der Musikerpraxis: Retraining nach den Prinzipien der Dispokinesis 

Angelika Stockmann, Essen

Der vorliegende Aufsatz ist ein Erfahrungsbericht über die Arbeit mit an Fokaler Dystonie
erkrankten Musikern in der Dispokinesispraxis.
Die Symptomatik der Dystonie stellt ein komplexes muskulär-kortikales Muster dar, bei
dem die „Verkörperung von Intensität“ in Bezug auf den musikalischen Ausdruck im
Selbstbild des Musikers eine bedeutende Rolle
spielt. Entsprechend komplex gestalten sich
die Retrainingprozesse, an deren Ende eine
unfassende Selbstkompetenz des Musikers
steht.
Der dispokinetische Ansatz umfasst drei
Schichten:
1) Zunächst geht es um die Verbesserung der
allgemeinen körperlichen Disposition sowie um
die Vertiefung des sensomotorischen Feedbacks.
2) Die Neuorganisation grundsätzlicher Bewegungskoordinaten führt zum Prinzip „Organisieren statt Kontrollieren“ und zu einer neuen
Qualität von Bewegungsvorstellungen.
3) Dies stellt die Voraussetzungen dar, um die
stereotypen Muster am Instrument durch „ursprüngliche“ Ausdrucksbewegungen ersetzen
zu können.
Das Ziel ist eine gelungene Integration von
Funktionalität und persönlicher Ausdrucksfreiheit.
Das Krankheitsbild der Dystonie stellt in diesem Sinne auch eine Herausforderung an die
Musikerausbildung dar: Eine umfassende und
kompetente Anleitung zum „Selbstmanagement“ ist die beste Prävention.

Zeitschrift 2008

Ausgabe 02 / 2008

Abstract

Welchen Einfluss hat die Pedaltätigkeit auf das ISG?

Alexandra Türk-Espitalier, Frankfurt

Rückenschmerzen werden im Allgemeinen als
Folge von zu langem Sitzen, unkoordinierter
Haltung und Bewegungsmangel betrachtet.
Dies ist relativ unabhängig von der betroffenen
Struktur und geht Pianisten nicht anders als
dem Rest der Bevölkerung. Aufgrund ihres
Bewegungsmusters könnten Wirbelsäulenprobleme bei Pianisten jedoch auch vermehrt
durch einen funktionellen Beckenschiefstand
hervorgerufen werden. In der vorliegenden
Studie wurden die Auswirkungen der Bewegungen des rechten Beines, des Pedalbeines,
auf das ISG untersucht. Es trat eine deutliche
Häufung an einem funktionellen Beckenschiefstand bei den Pianisten im Vergleich zur Kontrollgruppe auf. Möglicherweise geschieht dies
durch die konstante Muskelarbeit des Pedalbeines. Um die Strukturen, die zu einer Verwringung im ISG führen, genauer differenzieren zu können, sollten weitere Studien folgen.
Hypothesen werden am Ende des Artikels
dargestellt.

Zeitschrift 2006

Ausgabe 03 / 2006

Abstract

Risikofaktoren im Zahn-, Mund- und Kieferbereich bei jungen Bläsernvon Musikschulen – Studienergebnisse

G. Methfessel (Dresden)

Die Ursachen ansatzfunktioneller Störungen
bei jungen Bläsern wurde aus empirisch oder
durch Querschnittsuntersuchungen gewonnenen Erkenntnissen hergeleitet. Durch eine
Longitudinalstudie während eines 5jährigen
Ausbildungszeitraumes an Musikschulen wurden diese Erkenntnisse bestätigt, differenziert
und vervollständigt sowie auf Probleme bei der
Beseitigung dieser Störungen aufmerksam
gemacht.
Mehrere Fallbeispiele verdeutlichen die Notwendigkeit, Risikofaktoren schon während der
Ausbildung von jungen Musikern zu erkennen
und geeignete präventive Maßnahmen einzuleiten. Dabei sind Musikpädagogen und
Musikermediziner gleichsam gefordert.

Zeitschrift 2004

Ausgabe 01 / 2004

Abstract

Physioprophylaxe–ein Unterrichtsfach für Musikstudenten an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler

H. Puls 

Mit dem Fach Physioprophylaxe als obligatorischem Bestandteil des Studiums an einer Musikhochschule ist in Deutschland erstmals die
Forderung vieler Pädagogen und Musikmediziner erfüllt worden, die Vermittlung von musikphysiologischem Wissen, die Unterrichtung
über physische Grundlagen des Musizierens
und geeignete Präventionsprogramme verbindlich in die Ausbildung zu integrieren.
Die Ziele und Inhalte des Unterrichtsfaches
werden dargestellt und die besonderen pädagogischen und methodischen Anforderungen
beschrieben.
Es wird herausgearbeitet, dass Physioprophylaxe geeignet ist, die Musikstudenten zu befähigen, Bewegungstraining individuell zu gestalten und in ihr Berufsleben zu integrieren.

Abstract

Kraftausdauertraining für Musiker

H. Puls 

Das Krafttraining der Muskulatur ist ein wichtiger Beitrag zur Konditionsverbesserung und
zur Gesundheitspflege von Musikern. An der
Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin ist
es als praktischer Kurs im Lehrfach Physioprophylaxe regelmäßig im Angebot.
Es wird als geeignete Möglichkeit vorgestellt,
die muskulären Voraussetzungen zum Musizieren zu verbessern und Risikofaktoren für
die Muskulatur zu mindern oder auszugleichen.
Ziel, Inhalt und Methoden werden dargestellt.
Innerhalb der Darstellung der Wirkungsweise
des Krafttrainings für Musiker werden auch die
Ermüdungsprozesse aufgezeigt.
Vorschläge zur Anwendung der Methode bei
der Behandlung von Muskelfunktionsstörungen
schließen den Beitrag ab.

Abstract

Dispokinesis–Freies Verfügen über Haltung, Atmung, Bewegung und Ausdruck

H. Hildebrandt und A. Müller

Die Dispokinesis ist eine speziell für Musiker
und Bühnenkünstler entwickelte Schulungsund Therapieform. Sie kann sowohl in Pädagogik und Prävention als auch in Therapie und
Rehabilitation eingesetzt werden. Mit ihren sogenannten Urgestalten von Haltung, Atmung
und Bewegung wird die senso- und psychomotorische Entwicklung des Menschen vom Liegen über das Krabbeln bis hin zum Stehen
durchgearbeitet. Dabei werden eventuelle
Entwicklungslücken geschlossen und insbesondere die posturalen Reflexe (Haltungsreflexe, Aufrichtungsreflexe) gefördert. Eine besondere Rolle spielen weiterhin die speziell
entwickelten Übungen zur Instrumental- und
Gesangstechnik sowie die im Umfeld der
Dispokinesis entstandene ergonomischen
Hilfsmittel. Dazu zählen Sitzhilfen für Orchester- und Tasteninstrumente, Kinnhalter und
Schulterstützen für hohe Streichinstrumente
oder Gurte, Daumen- und Kniestützen für
Blas- und Zupfinstrumente. Die instrumentalbzw. gesangstechnische Kompetenz und das
Körper- und Ausdrucksbewusstsein werden
konsequent hinsichtlich der Erfordernisse einer
Bühnensituation ausgebildet.

Abstract

„Laban/Bartenieff-Bewegungsstudien für Musiker“

U. Linzer und K. Reinhardt

Die von der Pädagogin und Rhythmuslehrerin
Einleitend werden die Laban-BartenieffBewegungsstudien (LBBS) als eine Bewegungslehre dargestellt, die von der Vielschichtigkeit des menschlichen Bewegungsvermögens ausgeht und in den Bartenieff Fundamentals, einem System für korrektive Körperarbeit, eine Erweiterung gefunden hat. Grundlagen der LBBS sind vier prinzipielle Aspekte
zur ganzheitlichen Bewegungsbetrachtung:
Raum, Antrieb, Form und Körper. Eingangs
werden die Prinzipien für die praktische Arbeit
mit den Bartenieff Fundamentals beschrieben.
Die Wirkung der Bartenieff-Übungen beruht
auf verfeinerter Körperwahrnehmung, gezielter
Schulung der Feinkoordination und der Erarbeitung expressiver Aspekte.
Für den Musiker kann diese Methode ein Ansatz sein, die Bewegungsabläufe beim Musizieren bewusster auszuführen, und somit zur
Prävention von Beschwerden beitragen.

Abstract

Hatha-Yogafür Musiker

H. Puls

Hatha-Yoga für Musiker wird als ein alternatives Angebot im Rahmen des Lehrfaches Physioprophylaxe an der Hochschule für Musik
„Hanns Eisler“ Berlin vorgestellt.
Der Schwerpunkt des Beitrages liegt in der
Darlegung der besonderen Anforderungen an
den Yoga-Unterricht für Musiker im Hinblick
auf die psychophysischen Belastungen beim
Üben am Instrument und bei der Arbeit im Orchester.
Es wird der Versuch unternommen, die Wirkungsweise des Hatha-Yoga für Musiker zu
beschreiben.

Zeitschrift 2003

Ausgabe 03 / 2003

Abstract

Wie Entwicklungen in Ergonomie und Pädagogik Patrick Süskind widerlegenrn

M. Schuppert und S. Choi

Für den frühinstrumentalen Unterricht auf dem
Kontrabass liegen noch vergleichsweise wenig
kindgerechte instrumentenbauliche Entwicklungen und pädagogische Erfahrungen vor.
Durch eine enge Kooperation von Musikpädagogen und Instrumentenherstellern wurde die
Nachwuchsförderung im Instrumentalfach
Kontrabass nun unter Berücksichtigung physiologischer Aspekte intensiviert. Die ergonomischen Eigenschaften von Kinderkontrabässen in 1/8 und 1/16 Größe sowie von Bassbögen und Zubehör konnten soweit optimiert
werden, daß eine altersgerechte physische
Beanspruchung der Schüler nicht mehr überschritten werden muss. Bereits innerhalb der
sensiblen Lernphasen im Kindesalter kann
hierdurch ein Spielen mit geringem Krafteinsatz sowie physiologischer Körperhaltung und
Spieltechnik vermittelt werden. Dies bedeutet
einen deutlichen Fortschritt in der Prävention
körperlicher Über- und Fehlbelastungen bei
Kontrabassisten.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren