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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
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Zeitschrift 2025
Ausgabe 03 / 2025
Bau einer ergonomisch angepassten Viola
May-Lisa Herzberg
-
Motivation
Entwicklung einer ergonomischen Viola für kleine Musikerinnen und Musiker Das sogenannte „Violaproblem“ ist ein altbekanntes Thema in der Bratschenszene: Die Viola ist im Vergleich zu ihrem Tonumfang zu klein, was ihre klanglichen Eigenschaften einschränkt. Ein größerer Korpus könnte den Klang verbessern, führt jedoch häufig zu Problemen in der Spielbarkeit, insbesondere für Musikerinnen und Musiker mit kleinerer Körpergröße, kurzen Armen und kleinen Händen. Der Versuch, eine klanglich optimierte, größere Viola zu entwickeln, hat in der Vergangenheit gezeigt, dass ein extrem vergrößertes Instrument zwar akustisch vorteilhaft ist, jedoch von den Musizierenden oft nicht mehr als traditionelle Viola akzeptiert wird. Gleichzeitig bringen zu große Instrumente ergonomische Nachteile mit sich und führen bei vielen Musizierenden zu chronischen Beschwerden an Händen, Armen und Schultern.
Ergonomie der Viola aus musikermedizinischer Sicht
Jochen Blum
Ergonomische Veränderungen am Design der Viola sind aus musikermedizinischer Sicht sinnvoll und wurden auch in der Vergangenheit in verschiedensten Projekten vorgenommen. Die Motivation liegt vor allem darin, spieltechnische Limitierungen besser überwinden zu können und damit verbundene körperliche Überanstrengungen bis hin zur Entwicklung spielbezogener Erkrankungen zu vermeiden. Die diesbezügliche Problematik liegt auch darin, dass selbst große Violagrößen immer noch im Vergleich zum eigentlichen Tonspektrum unterdimensioniert sind und kleine Violamodelle oftmals als klanglich dünn und nicht weitreichend genug empfunden werden.
In dieser Publikation sollen die verschiedenen kritischen Charakteristiken eines zu großen Instrumentes differenziert besprochen werden und der musikermedizinische Bezug und somit die Sinnhaftigkeit ergonomischer ausgerichteter Violaformen erörtert werden.
Zeitschrift 2021
Ausgabe 03 / 2021
Musizieren mit Behinderung: Ein Blick aus der Musikphysiologie und Musikermedizin
M. Schuppert (Würzburg-Kassel), E. Altenmüller (Hannover)
‚
Menschen mit Behinderungen können in vielfältiger
Weise von musikalischen Aktivitäten profitieren.
Denn Instrumentalspiel und Gesang fördern nicht
nur die sensomotorische Kontrolle, Koordination
und Gedächtnisleistung, sondern tragen auch zu
sozialer Integration, emotionaler Stabilität und
damit zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Obwohl
viele Menschen mit Behinderung hoch motiviert sind zu musizieren, wird ihr Potenzial noch
immer unterschätzt. Inzwischen hat es jedoch eine
beeindruckende Entwicklung hinsichtlich ergonomischer Anpassungen, musikpädagogischer
Ansätze und auch des Musikrepertoires für Musiker
mit Behinderungen gegeben. Eine Reihe von Berufsmusikern mit körperlichen Beeinträchtigungen
und Wahrnehmungsstörungen belegen, dass trotz
schwerer Einschränkungen ausgesprochen hohe
musikalische Leistungen erreicht werden können.
Kinder und Erwachsene mit Behinderungen sollten ermutigt werden zu musizieren. Dabei sollten sie
von Eltern und Familie, Musikpädagogen, Therapeuten, Ärzten sowie Musikinstrumentenherstellern und
Medizintechnikern unterstützt werden. Durch individuelle Herangehensweise, Neugierde und Bereitschaft können musikalische Potenziale erkannt und
gefördert werden.
Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die
Auswirkungen verschiedener Behinderungen auf die
musikalischen Aktivitäten von Amateur- und Berufsmusikern und beschreibt Initiativen, Technologien,
Literatur und Unterrichtsansätze, die Instrumentalspiel und Gesang bei Menschen mit körperlichen,
wahrnehmungsbedingten oder geistigen Störungen
unterstützen.
Zeitschrift 2019
Ausgabe 02 / 2019
Ergonomie- und workflowgerechtes Design am Beispiel einer Gitarre
Maximilian Blendinger (Stuttgart)
Die vorgestellte Herangehensweise verfolgt einen
zur traditionellen Vorgehensweise umgekehrten
Ansatz der Formfindung: Die menschliche Anatomie
soll hier den Ausgangspunkt der physischen
Musikinstrumentengestalt bilden. Das Verfahren soll
exemplarisch am Beispiel einer E-Gitarre entwickelt
werden. Dazu werden unter dem Blickwinkel
der funktionellen Bewegungslehre typische
Körperhaltungen in ihren charakteristischen
Eigenschaften analysiert, bewertet und quantitativ
erfasst. Der invariable Teil der Korpusform ergibt
sich durch einen Negativformabdruck eines
3D-CAD-Modells eines 50-Perzentil-Mannes, der
diese Haltungen einnimmt. Ein Baukastensystem
ermöglicht es dann, zu einem Grundbaustein, der
die Aspekte der spielerischen Interaktion in sich
vereint, einen Ausstattungsbaustein zu konzipieren,
der dem Haltungstyp und den psychografischen
Vorlieben des Musikers entspricht. Prinzipiell ist die
Übertragung dieses Ansatzes auf eine ergonomische
Formfindung sämtlicher Instrumente denkbar, vor
allem für solche, die eng am Körper getragen werden
und mehrere Kontaktflächen besitzen.
Zeitschrift 2017
Ausgabe 02 / 2017
Ergonomie des Gitarrenspiels Verbesserungsmöglichkeiten aus Gitarrenlehrersicht
Michael Koch (Mainz)
Bei der Klassischen Gitarre hat sich in den letzten
Jahren das Angebot an Haltungshilfen sowie kleinen Instrumenten beständig vergrößert. Entsprechend vielfältig sind daher inzwischen die Möglichkeiten geworden, Instrumentenhaltung und damit
Ergonomie des Spiels zu beeinflussen. Der folgende
Beitrag stellt aus Gitarrenlehrersicht dar, wie mit
dieser Vielfalt umgegangen werden kann. Ziel ist
dabei, aufzuzeigen, wie mit Hilfe optimierter Instrumentenhaltung und größenangepasster Gitarre
ergonomisch günstige Haltungs- und Bewegungsmuster beim Anfänger nachhaltig etabliert bzw.
beim fortgeschrittenen Spieler wiedergewonnen
werden können. Dazu werden zunächst die Auswirkungen verschiedener Haltungshilfen auf die
Spielergonomie und die Optimierung der jeweiligen Anwendung beschrieben. Im Anschluss wird
dargestellt, in welcher Weise Gitarrengröße und
bestimmte Abmessungen einer Gitarre die Spielergonomie beeinflussen. Schließlich werden Strategien formuliert für die individuelle Anpassung
von Gitarre und Haltungsform im Hinblick auf
eine ergonomische Optimierung. Der Beitrag stellt
eine überblicksartige Zusammenfassung von Beobachtungen und Erfahrungen aus rund 25 Jahren
Gitarrenunterricht mit Spielern aller Alters- und
Könnensstufen dar.
Zeitschrift 2016
Ausgabe 01 / 2016
Funktionsuntersuchungen der Wirbelsäule beim Klavierspiel
Moritz Rau, Egbert Johannes Seidel und Claudia Neumann (Weimar)
Beschwerden im Stütz- und Bewegungssystem
sind bei professionellen Klavierspielern keine
Ausnahme. An erster Stelle stehen hierbei
Beschwerden an der oberen Extremität. Jedoch
wird die Wirbelsäule durch die erforderliche
Haltung am Instrument stark beansprucht, sodass
auch hier vermehrt Schmerzen angegeben werden.
In der vorliegenden Studie wurde die Funktionalität der Wirbelsäule während des Klavierspiels
untersucht. Aufbauend auf den Erkenntnissen
können Diagnostik und Therapie der Beschwerden
gezielter eingesetzt und präventive Maßnahmen
frühzeitig begonnen werden.
Zeitschrift 2014
Ausgabe 03 / 2014
Rückschritt mit Fortschritt Musizieren und Alter(n) aus Sicht der Musikermedizin
Maria Schuppert (Würzburg - Kassel)
In den musikermedizinischen Sprechstunden
nehmen die individuellen Beratungen älterer
Musiker zunehmenden Raum ein. Musizieren
und Alter(n) bedeutet sowohl für Berufs- als auch
Laienmusiker eine permanente Auseinandersetzung mit dem individuellen Spannungsfeld von
Möglichkeiten, Einschränkungen und Grenzen. Es
werden typische altersbezogene Veränderungen,
ihre Relevanz für das Musizieren sowie mögliche
Hilfestellungen seitens der Musikphysiologie aufgezeigt. Weiterhin werden die häufigsten gesundheitlichen Beschwerden und Fragestellungen aus der
musikermedizinischen Praxis erörtert.
Prinzipiell können Berufsmusiker eine hervorragende musikalische Leistungsfähigkeit bis ins hohe
Alter hinein behalten. Körperliche oder psychomentale Einschränkungen, mit Auswirkung auf
das Musizieren, erfordern neben den jeweiligen
fachärztlichen Maßnahmen häufig eine problembezogene musikermedizinische Begleitung. Für den
älteren Amateurmusiker bietet das Musizieren(-lernen) wertvolle gesundheitsförderliche und sozial
integrierende Effekte. In individuellen musikermedizinischen Beratungen sollten Möglichkeiten und
eventuelle Einschränkungen deutlich aufgezeigt
und musikphysiologische Hilfestellungen vermittelt werden.
Zeitschrift 2003
Ausgabe 03 / 2003
Wie Entwicklungen in Ergonomie und Pädagogik Patrick Süskind widerlegenrn
M. Schuppert und S. Choi
Für den frühinstrumentalen Unterricht auf dem
Kontrabass liegen noch vergleichsweise wenig
kindgerechte instrumentenbauliche Entwicklungen und pädagogische Erfahrungen vor.
Durch eine enge Kooperation von Musikpädagogen und Instrumentenherstellern wurde die
Nachwuchsförderung im Instrumentalfach
Kontrabass nun unter Berücksichtigung physiologischer Aspekte intensiviert. Die ergonomischen Eigenschaften von Kinderkontrabässen in 1/8 und 1/16 Größe sowie von Bassbögen und Zubehör konnten soweit optimiert
werden, daß eine altersgerechte physische
Beanspruchung der Schüler nicht mehr überschritten werden muss. Bereits innerhalb der
sensiblen Lernphasen im Kindesalter kann
hierdurch ein Spielen mit geringem Krafteinsatz sowie physiologischer Körperhaltung und
Spieltechnik vermittelt werden. Dies bedeutet
einen deutlichen Fortschritt in der Prävention
körperlicher Über- und Fehlbelastungen bei
Kontrabassisten.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren