DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

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Zeitschrift 2025

Ausgabe 01 / 2025

Abstract

Ein Scoping-Review zur Prävalenz der Lärmschwerhörigkeit bei Musikerinnen und Musikern

Carl Firle, Antonia Richter

Lärmschwerhörigkeit ist die am häufigsten anerkannte Berufskrankheit in Deutschland. Auch Musikerinnen und Musiker können davon betroffen sein. Um herauszufinden, in welchem Ausmaß die Berufsgruppe
der Musikerinnen und Musiker betroffen ist, führten wir eine systematische Literaturrecherche im Peer-Review-Verfahren gemäß PRISMA-Statement durch. Die Datenbanken Medline (Pubmed), Embase, Cochrane Library und die Suchmaschine Google Scholar wurden mit dem Suchbegriff (hearing loss OR hearing
impairment OR hearing di$culties OR acoustic trauma) AND (musician) durchsucht. Eingeschlossen wurden Studien, die Originalarbeiten sind und in welchen eine Tonaudiometrie durchgeführt wurde. Nach Abschluss des Begutachtungsprozesses durch die zwei Autoren als unabhängige Gutachter wurden 79 Studien
für die Analyse eingeschlossen. Die gefundenen Studien betreffen verschiedene Musikgenres wie Klassik,
Rock, Pop, traditionelle Musik sowie Militärmusik/Marschmusik. Viele Studien haben erweiterte Fragestellungen bearbeitet, wie beispielsweise die temporäre Hörschwellenabwanderung („temporary threshold
shift“) vor und nach Musikexposition, oder stellen einen Bezug zu weiteren HNO-Erkrankungen (z. B. Tinnitus) her. Die Studienpopulationen waren meist klein, im Median 52 Teilnehmer pro Studie (IQA 30-109).
Die meisten Studien schlossen Musiker ein, die mehr als 5 Jahre als Musiker aktiv sind, wobei signifikant
häufiger Männer eingeschlossen wurden als Frauen. Besonders häufig wurden Studierende als Kollektiv gewählt, wobei Daten zu älteren Musikern (> 60 Jahre) fehlen. Daher konnte eine Lebenszeitprävalenz nicht
ermittelt werden. Die extrahierten Ergebnisse wurden systematisch nach Frequenz und Hörverlust in dB
aufgetragen. Im klassischen Bereich zeigten sich einige Studien mit Ergebnissen, die für einen Hörverlust von
> 15-20 dB im Bereich 4000-6000 Hertz sprechen. Dies entspricht in etwa der zu erwartenden c5-Senke., die
für die beginnende Lärmschwerhörigkeit typisch ist. Es fanden sich jedoch auch Studien, die normale Hörfunktion in diesem Bereich zeigten. Bei Rock/Pop/Jazz-Musikerinnen und -Musikern ist der Hörverlust,
wie zu erwarten, gravierender. Hier fand sich nur eine Studie mit normaler Hörleistung bei allen Probanden.
Der Frequenzbereich mit Hörverlusten ist mit 3000-8000 Hz breiter gefasst und die dB-Verlustwerte überstiegen häufig 20 dB. Die Studienlage für Militär- und Marschmusik ist deutlich dünner. Hier deuten sich
aber ebenfalls Hörverluste im Bereich 4000-6000 Hz > 20 dB an. Ein ähnliches Bild zeigt sich für das Genre
traditionelle Musik. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Prävalenzen je nach Genre variieren:
Senken-Konfiguration haben 20-50 % und Hörverlust zwischen 5-70 % der Musizierenden des klassischen
Genres, Senken 40 % und Hörverlust 20-60 % der Rock/Pop/Jazz-Musizierenden.
Eine abschließende epidemiologische Aussage zur Lärmschwerhörigkeit bei Musikerinnen und Musikern lässt sich auf Grundlage der Ergebnisse nicht treffen, da meist junge, männliche Studienpopulationen untersucht wurden und längsschnittliche Daten fehlen.

Zeitschrift 2020

Ausgabe 03 / 2020

Abstract

Erfordernisse und Möglichkeiten im Umgang mit psychosozialen Belastungen bei Orchestermusikern

Friederike Hübner (Dresden)

Die sozialen Gegebenheiten und zwischenmenschlichen Beziehungen im Orchesteralltag mit ihren
unterschiedlichen Kommunikationsformen untereinander (verbal/nonverbal/musikalisch) sind
ein wesentlicher Bestandteil bei der Ausübung des
Orchesterspiels und können positive wie negative
Auswirkungen auf das Musizieren haben. Psychosoziale Belastungen bei Orchestermusikern sind von
essenzieller Bedeutung bei der Betrachtung musikerspezifischer Krankheitsbilder. In der Musikermedizin
zählen sie zu den möglichen mitauslösenden Faktoren
bei der Entstehung musikermedizinischer Störungen.
In der Literatur sind immer wieder Verweise auf eine
Notwendigkeit der Beachtung psychosozialer Faktoren im Orchesteralltag zu finden. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass in der Praxis dieser
Notwendigkeit nach wie vor nur sehr eingeschränkt
Rechnung getragen wird. Teamfähigkeit und
Führungskompetenz, gegenseitige Wertschätzung
und Sensibilisierung im sozialen Bereich sowie
Kommunikationsfähigkeit gehören hier zu wesentlichen Punkten, die es zu beachten und gegebenenfalls zu verbessern gilt.
Konfliktmanagement, Kommunikationstrainings,
Workshops zu Themen wie Teamentwicklung und
Führungsverhalten sowie Mitarbeiterbefragungen
anhand von Fragebögen und in Form persönlicher
Gespräche können hier u. a. zur Unterstützung
genutzt werden.

Zeitschrift 2019

Ausgabe 02 / 2019

Abstract

Situationsanalyse und Handlungsempfehlungen im Bereich betrieblicher Gesundheitsförderung von Berufsmusikern in den deutschen Kulturorchestern

Friederike Hübner (Dresden)

Aufgrund erhöhter physischer, psychischer und
psychosozialer Belastungen im Arbeitsalltag unterliegt der Beruf des Orchestermusikers einer stärkeren
Gesundheitsgefährdung als andere Berufsgruppen.
Mittels betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) ist
es möglich, durch speziell auf den individuellen Bedarf
abgestimmte Maßnahmen Gefahren vorzubeugen
und Gesundheit zu fördern. Dadurch wird frühzeitige
Arbeitsunfähigkeit durch Berufserkrankungen
verringert sowie grundsätzlich ein gesundes Arbeitsklima geschaffen. Hierbei ist auf partizipatives und integratives Handeln sowie regelmäßige Evaluationen der
Maßnahmen zu achten, um Effektivität, Effizienz und
somit einen langfristigen Erfolg zu gewährleisten.
Die aktuelle Situation in den deutschen Kulturorchestern wurde anhand von Leitfaden gesteuerten
Interviews analysiert. Es konnten dabei 58 % der deutschen Kulturorchester erfasst werden. Als Ergebnis wird ersichtlich, dass die Durchführung betrieblicher Gesundheitsförderung in Kulturbetrieben
für Orchestermusiker mehr nach tatsächlichem
Bedarf gesteuert werden muss. Neben Impulsen im
physiologischen Bereich sowie Optimierung der
Arbeitsverhältnisse spielen dabei die Kommunikation von Bedürfnissen, Sensibilisierung für die Thematik und Informationsaustausch eine entscheidende
Rolle. Aufklärungsbedarf gibt es in den Bereichen der
möglichen Finanzierung, der individuellen Bedarfserhebung sowie der Schaffung von Grundlagen für
langfristige BGF-Maßnahmen.
Vorliegende Handlungsempfehlungen können die
Umsetzung von betrieblicher Gesundheitsförderung
im Orchester unterstützen.

Zeitschrift 2013

Ausgabe 01 / 2013

Abstract

Mit dem Ärztekoffer auf Orchesterreisen

Fritz Trümpi (Vienna)

Sie operieren buchstäblich im Hintergrund, aber
ohne sie wäre so manche Orchestertournee eine
heikle Sache: Orchesterärzte halten die Musiker
auf Reisen (t – ähnlich wie das Sportärzte auch bei
Athleten tun.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren