DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

Ihr Filter für das Schlagwort "Körpertechniken" ergab: 1 Treffer

Zeitschrift 2014

Ausgabe 01 / 2014

Abstract

Prozessorientiertes Lernen als missing link zwischen Körpertechnik und Gesang

Uta von Kameke-Frischling (Berlin)

Dieser Aufsatz ist ein Plädoyer für prozessorientiertes Unterrichten. Viele wertvolle Erkenntnisse aus
der Körperarbeit lassen sich leichter in den Instrumental- oder Gesangsunterricht transferieren, wenn
mehr der individuelle Lernprozess im Vordergrund
steht und weniger ein angestrebtes Leistungsziel.
Der Fokus verschiebt sich dabei hin zur sensorischen
Wahrnehmung, also vom Senden zum Empfangen.
Die Lernenden werden zu Experten ihrer Wahrnehmung ausgebildet und die Beziehung zu ihrem eigenen Tun wird gefördert. Außerdem entspricht das
prozessorientierte Lernen aktuellen neurophysiologischen Ansätzen, die Lernen als nicht-linearen und
selbstorganisierten Vorgang verstehen.
Gerade im Gesangsunterricht bietet sich eine
prozessorientierte Herangehensweise, die die
Lernenden auch als Empfänger fördert, in besonderem Maße an, weil Körper und Klang hier unmittelbar verkoppelt sind. Es gibt aber noch weitere
Aspekte, die dafür sprechen:
• Kann der Klang auf den Körper positiv zurückkoppeln, wird Singen als Zustand erlebt (stat als
Kräfe verschleißende Tätigkeit).
• Die Stimmfunktion ist ein Netzwerk von deaktivierten Schutzventilen.
• Die Stimmlippen sind ihrer Funktion nach nicht
nur Schutz- sondern auch Unterdruckventil.
• Der Kehlkopf besteht zu 80% aus Bindegewebe,
also rezeptivem Gewebe und nur zu 20% aus
Muskulatur.
• Da der Kehlkopf fast ausschließlich vom nervus
vagus innerviert wird, liegt es nahe, ihn als ein
Organ mit trophotroper (Ressourcen aufüllender) Wirkung zu betrachten.
• Beim prozessorientierten Lernen bewerten sich
die Lernenden selbst weniger negativ und initiieren mental günstigere Phonationsmuster.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren