DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

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Zeitschrift 2013

Ausgabe 03 / 2013

Abstract

Eine Studie zum psychologischen Wohlbefinden der professionellen Orchestermusiker in Australien

Dianna T. Kenny, Tim Driscoll, Bronwen Ackermann (Sydney, Australien)

Im Rahmen einer Querschnitsstudie, an der alle
Musiker der acht professionellen Symphonie- und
Bühnenorchester Australiens teilnehmen konnten,
fanden psychosoziale Befragungen stat. Die Rücklaufquote betrug 70% (n=377). Weibliche Musiker
berichteten signifkant häufger als die Männer über
permanente Angstzustände (trait anxiety), Aufritsangst (MPA), soziale Angst und andere Formen von
Angst und Depressionen. Die j&uuml;ngsten Musiker (< 30
Jahre) waren im Vergleich zu den &auml;ltesten Musikern
(51+) signifkant &auml;ngstlicher, dabei waren die j&uuml;ngsten
weiblichen Musikerinnen am st&auml;rksten von Aufritsangst betrofen. Bei den &auml;lteren Musikern (51+) war
die Aufritsangst am geringsten ausgepr&auml;gt. Dreiunddrei&szlig;ig Prozent (33%) der Musiker erf&uuml;llen die
Kriterien zur Diagnose einer sozialen Phobie. Zweiundzwanzig Prozent (22%) der Musiker bejahten
die Frage nach postraumatischen Belastungsst&ouml;rungen. Bei zweiunddrei&szlig;ig Prozent (32%) ergaben sich
positive Resultate im Depressionsscreening. Diese
Untergruppe hate bei den Angstmessungen h&ouml;here
Werte. Durch die lineare Regressionsanalyse konnten
STAI-T (State-Trait-Angst), SPIN (soziale Phobien),
ADD (Angst- und Depressionen) und das Alter als
unabh&auml;ngige Pr&auml;diktoren f&uuml;r den Grad der Aufritsangst identifziert werden. Eine signifkante Anzahl
von Musikern (14%) konsumierte Alkoholmengen
oberhalb der Richtlinien des Nationalen Rates f&uuml;r
Gesundheit und Medizin Australiens (NHMRC &ndash;
2009). Nur sechs Prozent waren gegenw&auml;rtig Raucher.
Die Studienergebnisse ofenbaren ein signifkantes Muster von Angst, Depressionen und negativem
Gesundheitsverhalten. Dies erfordert arbeitsmedizinische und gesundheitspolitische Beachtung und
zeigt den Bedarf spezifscher Programme f&uuml;r die
Berufsgruppe der Musiker.

Zeitschrift 2009

Ausgabe 02 / 2009

Abstract

Arbeitsbedingungen, gesundheitliche Beschwerden und Aufführungsängste bei professionellen Orchestermusikern

V. Hodapp, F. Langendörfer, S. Bongard (Frankfurt) & G. Kreutz (Oldenburg)

Die Tätigkeit professioneller Orchestermusiker
wird entgegen einem allgemeinen Stereotyp
von den Betroffenen häufig als belastend erlebt und führt, wie empirische Studien belegen,
zu starken Stressreaktionen und zu einer Vielzahl von Belastungssymptomen. In dieser
Studie werden Arbeitsplatzfaktoren und soziale
Stressoren bei professionellen Orchestermusikern überprüft und in Beziehung zu körperlichen Beschwerden, psychosomatischen Symptomen und Aufführungsangst unmittelbar vor
einer Aufführung gesetzt. Zusätzlich werden
die Persönlichkeitsmerkmale Neurotizismus
und allgemeine Selbstwirksamkeit betrachtet.
Die Stichprobe bestand aus 122 Mitgliedern
professioneller Sinfonie- und Opernorchester,
wobei zu Vergleichszwecken auch ein Amateurorchester (N = 28) einbezogen wurde. Die
Ergebnisse zeigen, dass bezüglich der Arbeitsplatz- und sozialen Stressoren die professionellen Musiker sich als belasteter erleben,
ferner treten bei dieser Gruppe höhere Beschwerden und stärkere psychosomatische
Symptome auf. Die Mitglieder von Opernorchestern erweisen sich als belasteter als die
Mitglieder von Sinfonieorchestern. Korrelations- und Regressionsanalysen belegen einen
deutlichen Effekt von Arbeitsstressoren auf
Beschwerden, wobei zum Teil unterschiedliche
Effekte in den beiden Orchesterarten zu finden
sind. Die Ergebnisse werden im Rahmen moderner Stresskonzeptionen diskutiert und in
Beziehung zur Literatur zu den Belastungen
professioneller Orchestermusiker gesetzt.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren