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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2009
Ausgabe 02 / 2009
Arbeitsbedingungen, gesundheitliche Beschwerden und Aufführungsängste bei professionellen Orchestermusikern
V. Hodapp, F. Langendörfer, S. Bongard (Frankfurt) & G. Kreutz (Oldenburg)
Die Tätigkeit professioneller Orchestermusiker
wird entgegen einem allgemeinen Stereotyp
von den Betroffenen häufig als belastend erlebt und führt, wie empirische Studien belegen,
zu starken Stressreaktionen und zu einer Vielzahl von Belastungssymptomen. In dieser
Studie werden Arbeitsplatzfaktoren und soziale
Stressoren bei professionellen Orchestermusikern überprüft und in Beziehung zu körperlichen Beschwerden, psychosomatischen Symptomen und Aufführungsangst unmittelbar vor
einer Aufführung gesetzt. Zusätzlich werden
die Persönlichkeitsmerkmale Neurotizismus
und allgemeine Selbstwirksamkeit betrachtet.
Die Stichprobe bestand aus 122 Mitgliedern
professioneller Sinfonie- und Opernorchester,
wobei zu Vergleichszwecken auch ein Amateurorchester (N = 28) einbezogen wurde. Die
Ergebnisse zeigen, dass bezüglich der Arbeitsplatz- und sozialen Stressoren die professionellen Musiker sich als belasteter erleben,
ferner treten bei dieser Gruppe höhere Beschwerden und stärkere psychosomatische
Symptome auf. Die Mitglieder von Opernorchestern erweisen sich als belasteter als die
Mitglieder von Sinfonieorchestern. Korrelations- und Regressionsanalysen belegen einen
deutlichen Effekt von Arbeitsstressoren auf
Beschwerden, wobei zum Teil unterschiedliche
Effekte in den beiden Orchesterarten zu finden
sind. Die Ergebnisse werden im Rahmen moderner Stresskonzeptionen diskutiert und in
Beziehung zur Literatur zu den Belastungen
professioneller Orchestermusiker gesetzt.
Empirische Gesundheitsanalysen bei Orchestermusikern
Ingolf Schauer & Harry Schröder, Leipzig
Hintergrund
Berufsmusiker sind physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt, die vor und
während des Berufslebens akute oder chronische Beschwerden (mit)verursachen können.
In Deutschland sind derzeit 10.500 Orchestermusiker tätig, wobei die Zahl der wegen
Berufsunfähigkeit vorzeitig berenteten sehr
hoch ist.
Ziel des Beitrages ist die Identifikation von
berufsspezifischen Belastungen und Stressoren sowie die Suche nach gesundheitsprotektiven Faktoren und Ressourcen.
Methode
Eine empirische Felderhebung in Form einer
„betrieblichen“ Gesundheitsanalyse nutzte
psychometrische Fragebogenskalen.
Untersucht wurden 8 philharmonische Orchester aus 4 Bundesländern (N=370 Musiker),
unterteilt nach Alter (50), Geschlecht, Position im Orchester (Solo, Tutti).
Ergebnisse
Die Befunde zeigen, dass die Mehrheit der
Musiker ihre Arbeit positiv bewertet: sie ist
abwechslungsreich, sinnvoll, bereitet ihnen
Freude und trägt zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten bei. Knapp die Hälfte der Musiker leidet
unter den Auswirkungen von Organisationsund Umgebungsbedingungen (mangelnde
Entscheidungsmöglichkeiten, unzureichende
Informiertheit bei Veränderungen und geringe
Fürsorge). Zwischen den einzelnen Orchestern
bestehen gravierende Unterschiede (spezifische Problemmuster). Jüngere Musiker beurteilen die Arbeitsbedingungen negativer als
ältere und leiden häufiger an Magen-DarmBeschwerden. Solisten schätzen Arbeitsinhalte
und Entscheidungsmöglichkeiten positiver ein.
Die mit Regressionsanalysen erstellten Modelle belegen, dass sowohl institutionelle als auch
personale Bedingungen körperliche und psychische Beschwerden mit unterschiedlichen
Gewichten prädizieren.
Schlussfolgerungen
Aus den differentialpsychologischen Befunden
bezüglich Orchester, Position, Alter und Geschlecht konnten Ansätze für gruppenspezifische Prävention und Interventionen abgeleitet
werden.
Keywords
Gesundheitsförderung, Gesundheitsanalysen,
Stressoren, Ressourcen, Orchestermusiker
Was hält Musiker gesund? Eine Nachlese zum Symposium der DGfMM vom 10. und 11. Oktober an der Musikhochschule Köln
Peer Abilgaard, Eckart Altenmüller, Andreas Burzik, Tobias Esch, Martin Fendel, Helmut Möller, Bernhard Richter, Maria Schuppert, Claudia Spahn
Musikphysiologie und Musikermedizin 2009, 16. Jg., Nr. 2 114 Was hält Musiker gesund? Eine Nachlese zum Symposium der DGfMM vom 10. und 11. Oktober an der Musikhochschule Köln Treffen Therapeuten, Ärzte und vielleicht auch Betroffene anlässlich eines wissenschaftlichen Fachkongresses zusammen, stehen in der Regel die Krankheiten, ihre möglichen Ursachen und entsprechende Therapien im Fokus des Interesses. Könnte man nicht mal den „Spieß umdrehen“ und fragen, was die Menschen vor dem Krankwerden oder dem Krankbleiben bewahrt? Dieser Perspektivwechsel war der thematische rote Faden des 9. Symposiums der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin (DGfMM), das am 10. und 11. Oktober 2008 in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Köln stattfand. Seit ihrer Gründung 1994 verfolgt die DGfMM u. a.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren