DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

Zeitschrift 2011

Ausgabe 03 / 2011

Abstract

Schallpegel auf Orchesterpodien und Möglichkeiten der Schallpegelreduktion durch die Orchesteraufstellung

Klaus-H. Lorenz-Kierakiewitz, Margriet Lautenbach, Martijn Vercammen

Musikphysiologie und Musikermedizin 2011, 18. Jg., Nr. 3 79 Schallpegel auf Orchesterpodien und Möglichkeiten der Schallpegelreduktion durch die Orchesteraufstellung Klaus-H. Lorenz-Kierakiewitz, Margriet Lautenbach, Martijn Vercammen Einleitung: Lärmbelastung von Orchestern Bekanntermaßen sind für viele Orchestermusiker die auf Konzertsaalpodien auftretenden Schallpegel belastend. 2003 trat die EU-Arbeitsschutzrichtlinie 2003/10/EG in Kraft, worin der zulässige Lärmexpositionsgrenzwert LEX,8h für alle Arbeitnehmer am Arbeitsplatz festgelegt ist. Sie gilt ausdrücklich auch für Musiker. Nach der LärmVibrationsArbSchVO, der dt. Umsetzung, ist ein Expositionspegel < 80 dB (A) einzuhalten, oberhalb werden Schutzmaßnahmen zur Expositionsminderung notwendig. Über 85 dB(A) ist individueller Gehörschutz zu verwenden. Zur Schallpegelabsenkung für die Musiker existieren prinzipiell mehrere Maßnahmen.

Abstract

Dynamik des Augeninnendrucks bei professionellen Holz- und Blechbläsern während alltäglicher Spielsituationen

Susanne Jahnke, Gunnar Schmidtmann, Hans-Jürgen Grein, Egbert Seidel, Wolfgang Sickenberger

Individuell zu hoher Augeninnendruck (Intraokulardruck, IOD) kann glaukomtypische Schäden
bewirken, die unbehandelt zur Erblindung führen
können. Studienziel war, IOD und Blutdruck (BD)
bei professionellen Holz- und Blechbläsern während sowie nach alltäglicher Spielbelastung zu messen.
Methode
IOD und BD wurden bei 37 Blech- und 17 Holzbläsern vor und nach dem Spiel dreier Tonfrequenzen
gemessen, sowie während und nach zehnminütigen
Spielübungen. Einflüsse von Gehörschutz, Instrumentenklasse, Rauchen, Ausdauersport und Spielpraxis wurden analysiert.
Ergebnisse
Blechbläser wiesen nach hohen, mittleren und
tiefen Tönen eine signifikante IOD Steigerung
auf (p<0,001 und p=0,004) und der systolische
BD wurde signifikant um max. 30 mm Hg erhöht.
Holzbläser zeigten bei hohen Tonfrequenzen einen
signifikanten IOD Anstieg (Oboe: 17±2,9 mm Hg
auf 21±4,4 mm Hg, p=0.017). Zehnminütige Spielübungen erhöhten den IOD in beiden Gruppen,
wobei bei Blechbläsern IOD und BD signifikant
anstiegen. Ein zusätzlich gespielter Ton mit max.
Belastung steigerte den IOD signifikant auf bis zu
64 mm Hg. Hochwiderstandsblechbläser (Trompete, Horn) zeigten gegenüber Niedrigwiderstandsblechbläsern (Posaune, Tuba) einen höheren IOD.
Junge Berufsmusiker, Nichtraucher und Ausdauersportler hatten tendenziell einen niedrigeren IOD
als Berufsanfänger, Raucher und Nichtsportler. Gehörschutz beeinflusste nicht signifikant.
Schlussfolgerung
Professionelle Blasmusiker sind durch deutliche
IOD- Erhöhungen und Schwankungen einem erhöhtem Glaukomrisiko ausgesetzt und sollten regelmäßig ophthalmologisch untersucht werden.

Abstract

Verbesserung der Akustik im Orchestergraben: Umgestaltung des Proszeniums der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf

Klaus-H. Lorenz-Kierakiewitz, Martijn Vercammen, Heiko Kremer

Lorenz-Kierakiewitz, Vercammen, Kremer – Verbesserung der Akustik im Orchestergraben Verbesserung der Akustik im Orchestergraben: Umgestaltung des Proszeniums der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf Klaus-H. Lorenz-Kierakiewitz, Martijn Vercammen, Heiko Kremer Einleitung Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf (DOR), erbaut 1944, umgebaut 1954,1956, wird seit 2006 in Abschnitten modernisiert. Dabei sollte auch die Raumakustik verbessert werden. Zuvor konnten die Musiker einander schlecht hören und beklagten sich über hohe Lautstärken im Orchestergraben, das Verhältnis zwischen Orchester und Sängern war nicht ausgewogen und die Hörsamkeit in den ersten Reihen des Parketts nicht gut.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren