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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
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Zeitschrift 2023
Ausgabe 01 / 2023
Musizieren mit Dysmelien und Amputationen: Eine systematische Darstellung der Möglichkeiten aus musikpädagogischer und musikermedizinischer Sicht
Kerith Müller, Eckart Altenmüller
Menschen mit Dysmelien und Gliedmaßen-Amputationen können durch das Instrumentalspiel nicht nur in ihrer sensomotorischen Entwicklung und Koordination profitieren, sie können durch das aktive Musizieren auch soziale Integration, Selbstwirksamkeit und kulturelle Teilhabe erleben.
Kinder, die mit Dysmelien geboren wurden oder früh eine Gliedmaßen-Amputation erleiden und den
Wunsch haben ein Instrument zu erlernen, stoßen mit ihren Eltern häufig auf Schwierigkeiten bei der Wahl des Instruments. Kompetente Beratung durch Instrumentallehrkräfte scheitert häufig an mangelndem Wissen. Menschen, die bereits ein Instrument spielen und im Laufe ihres Lebens eine Amputation erleiden, möchten oftmals auch nach der Amputation weiter musizieren. Nur wenige Orthopädietechnik- und Instrumentenbau-Firmen sind auf deren besondere Bedürfnisse spezialisiert.
Mittlerweile gibt es jedoch eine große Bandbreite an Anpassungen der Instrumente, orthopädischer Hilfsmittel sowie musikpädagogischer Ansätze an individuelle Bedürfnisse bei körperlichen Einschränkungen.
Dieser Artikel beschreibt und systematisiert Adaptionspotenziale einzelner Instrumentengruppen bzw. Instrumente und führt eine Reihe der bereits entwickelten individuellen und serienmäßigen Hilfsmittel auf.
Auf diese Weise möchte der Artikel dazu beitragen, Menschen mit Dysmelien und Amputationen und ihre Familien, sowie Instrumentallehrkräfte und Orthopädietechnikerinnen und -techniker, Medizinerinnen und Mediziner und Instrumentenbauerinnen und -bauer zu ermutigen, interdisziplinär und kreativ individuelle Lösungen für die Betroffenen zu entwickeln.
Zeitschrift 2008
Ausgabe 01 / 2008
Klavierspiel in der neurologischen Rehabilitation bei Patienten nach Schlaganfall
Sabine Schneider(1), Thomas Münte(2), Eckart Altenmüller(1)
Um auf hohem Niveau zu musizieren, muss
ein Klavierspieler komplexe Bewegungsprogramme mit höchster zeitlich-räumlicher
Präzision unter auditiver Kontrolle abrufen
können. Das Erlernen des Klavierspiels führt
schon nach drei Wochen zu einer automatischen Kopplung der für die Sensomotorik und
für das Hören zuständigen neuronalen Netzwerke. Es sollte nun überprüft werden, ob dieser Mechanismus der auditiv-sensomotorischen Kopplung für die Rehabilitation
von Feinmotorikstörungen nach Schlaganfällen
nutzbar ist.
Es wurde ein Trainingsprogramm entwickelt
und evaluiert, das geeignet war, über das Medium Musik eine auditiv-sensomotorische
Kopplung zu erzeugen. Bei 32 Patienten ohne
wesentliche musikalische Vorerfahrung wurden
Schritt für Schritt, beginnend mit der paretischen Extremität hin zum Zusammenspiel von
paretischer und gesunder in 15 Einzeltrainings
über 3 Wochen sowohl fein- als auch grobmotorische Aspekte gefördert. Hierbei kamen
zwei unterschiedliche Eingabemedien (MIDIKlavier, programmier-bare „Drum-Pads“) zum
Einsatz. 30 weitere Patienten, die lediglich
herkömmliche Therapien erhielten, bildeten die
Kontrollgruppe. Die Prä- und Post-TrainingsDiagnostik der motorischen Funktionen erfolgte mit Hilfe standardisierter testpsychologischer Verfahren.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verbesserung der motorischen Funktionen sowie der
Alltagskompetenz der Trainings-gruppe gegenüber den Kontrollpatienten und belegen
den Erfolg des musikunterstützten Trainings.
Somit ist der Forschungsansatz einer auditivsensomotorischen Integration in Verbindung
mit der Neurorehabilitation wirksam und äußerst Erfolg versprechend.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren