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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2015
Ausgabe 02 / 2015
Muskuloskelettale Funktionsstörungen bei professionellen Musikern
Anke Steinmetz (Berlin/Halle)
Bis zu 89% der professionellen Orchestermusiker
sind während ihrer Karriere von Instrumentalspiel-assoziierten muskuloskelettalen Schmerzsyndromen (IAMS) betroffen. Allerdings ist nur wenig
zu den zugrunde liegenden muskuloskelettalen
Funktionsstörungen bekannt.
Studienergebnisse zeigen, dass das Instrumentalspiel häufig mit Haltungsinsuffizienzen verbunden
ist. Musikstudenten weisen ein etwa doppelt so
hohes Risiko für muskuloskelettale Beschwerden
auf.
In klinischen Untersuchungen zeigte sich außerdem, dass bei Musikern mit IAMS vermehrt
muskuloskelettale Funktionsstörungen vorliegen.
Insbesondere sind IAMS häufig mit Störungen der
posturalen Stabilisationssysteme verbunden.
Kardiologische Fragestellungen bei Musikern Review
Maria Schuppert (Würzburg Kassel) und Sebastian Kerber (Bad Neustadt a. d. Saale)
Instrumentalspiel und Gesang gehen mit charakteristischen Herz-Kreislaufreaktionen und einer oft
unterschätzten gesamtkonditionellen Beanspruchung einher. Dabei ist die Studienlage zu kardiologischen Fragestellungen in der Musikermedizin
insgesamt spärlich. Die Effekte des aktiven Musizierens auf das Herz-Kreislaufsystem liegen bei kardial
gesunden Personen im Allgemeinen im physiologischen, belastungsabhängigen Bereich. Doch im
Kontext mit kardiovaskulären Grunderkrankungen können diese musizierspezifischen Reaktionen
zu verschiedenartigen Herz-Kreislaufsymptomen
führen. In diesen Fällen ist eine kardiologische
Diagnostik und Therapie unter Einbeziehung
der musizierbezogenen Parameter erforderlich,
einschließlich berufsspezifischer Stressfaktoren
und psychosomatischer Aspekte. Angesichts der
ausgeprägten Wechselbeziehungen von physischen,
psychischen und musizierbezogenen Einflüssen
erfordern auch kardiologische Fragestellungen in
der Musikermedizin eine multidisziplinäre und
multimodale Herangehensweise.
Kraniomandibuläre Dysfunktionen im Kontext Instrumentalspiel-assoziierter muskuloskelettaler Schmerzsyndrome
Anke Steinmetz (Berlin/Halle)
Kraniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) sind
ein häufiges Problem bei professionellen Musikern,
insbesondere bei Bläsern und hohen Streichern.
Bis zu 47% der Blechbläser berichten über Instrumentalspiel-assoziierte Schmerzen im Bereich
der Zähne und des Kiefers. Professionelle Orchestermusiker mit orofazialen Schmerzen zeigen
außerdem ein deutlich erhöhtes Risiko für Instrumentalspiel-assoziierte muskuloskelettale Schmerzsyndrome (IAMS) in anderen Körperregionen.
Okklusionsschienen konnten bei hohen Streichern
die Muskelspannung der Schulter-Nacken-Region
während des Instrumentalspiels reduzieren. Außerdem ließen sich IAMS im Bereich der oberen
Extremität und des Nackens ebenfalls über eine
Okklusionsschienentherapie positiv beeinflussen.
Vor diesem Hintergrund sollte bei Musikern mit
IAMS insbesondere auch eine Diagnostik auf das
Vorliegen von CMD erfolgen, um diese entsprechend mitbehandeln zu können.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren