DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

Zeitschrift 2004

Ausgabe 03 / 2004

Abstract

am Beispiel einer Geigenschülerin

G. Dettweiler und P. Kutter 

Woher rühren bei Schülern Ungeduld und Blockaden in Arm und Hand? Können dabei neben Begabungsmangel und körperlichen Ursachen nicht auch psychologisch verstehbare
unbewusste Ängste eine ursächliche Rolle
spielen? Und wie kann man damit umgehen?
Am Beispiel einer 16jährigen Geigenschülerin
wird exemplarisch gezeigt, wie es über einen
psychoanalytisch orientierten Ansatz möglich
ist, die hinter den Symptomen verborgenen
seelischen Ursachen zu verstehen und,
gleichsam nebenbei, zu beheben. Dabei erwies sich das Zeichnen des Problems im Arm
als besonders hilfreich. Dadurch kann der Entstehung psychosomatischer Störungen effektiv
vorgebeugt werden.
Schlüsselworte
Bewegungsstörungen, psychoanalytische Methode, Sexualkonflikt, Heilen durch Malen

Abstract

dB(A) bei klassischer Musik? Passen Beethoven, Berlioz, Strauß und Wagner in die EU?

R. Pangert und H. Mill

Die Europäische Richtlinie „Lärm“ führt Maßnahmen ein, die die Beschäftigten vor Risiken
durch Lärm schützen sollen, insbesondere vor
Gehörschäden. Diese Richtlinie legt Forderungen zum Schutz aller Beschäftigten fest, damit
auch für Musiker. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, praktikable Richtlinien auszuarbeiten, um Arbeitnehmern und Arbeitgebern im
Unterhaltungssektor zu helfen, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Alle
Musiker sollten das rechtzeitig wissen und helfen, praktikable Richtlinien zu entwickeln.

Abstract

Die Bedeutung der Atemstütze für Bläser

E. Gallenmüller

Die Stütze ist das Steuerorgan des Atemstromes. Sie ermöglicht eine fein dosierte Luftabgabe und verleiht dem Ton Stabilität, Substanz
und Tragfähigkeit. Das Stützen des Tones findet während der Blasphase statt. Ohne Stütze
würde die Atemluft beim Blasvorgang rasch
und unkontrolliert entweichen. Das Spielen von
längeren Phrasen wäre ohne Stütze nicht
möglich.

Grundsätzlich wird zwischen Normalatmung
(Ruheatmung) und Leistungsatmung unterschieden. Bei der Normalatmung dient die Atmung primär der Aufrechterhaltung des allgemeinen Körperbetriebs (Sauerstoffversorgung), während bei der Leistungsatmung, die
zum Singen und Blasen eines Instruments
notwendig ist, die aerodynamische Energie der
Atemluftströmung für die Tonbildung ausgenutzt wird. Eine zentrale Rolle spielt in diesem
Zusammenhang das Zwerchfell und die
Rumpfmuskulatur.
Beim Blasvorgang und somit auch bei der
Stütze sind neben den inneren Zwischenrippenmuskeln auch die Bauchmuskeln tätig, d.h.
sie kontrahieren sich um den entsprechenden
Druck für die erforderliche Luftgeschwindigkeit
beim Blasvorgang zu erzeugen. Dies ist möglich, da alle Bauchmuskeln am Brustkorb entspringen oder ansetzen und somit indirekt das
Zwerchfell beeinflussen können.
Bei der sog. Stütze wird quasi versucht, die
Tiefstellung (Einatemstellung) des Zwerchfells
beizubehalten, obwohl Töne geblasen werden.
Dabei spannt sich der Bauchmuskelschlauch
an und leistet dem Zwerchfell Widerstand. Es
entsteht das Gefühl des Sich-Abstützens in
sich selber.
Die Stütze ist jedoch nichts Starres. Sie ist eine flexible Kraft und muss sich geschmeidig
der Tonhöhe, der Dynamik, den Phrasenlängen und dem musikalischen Ausdruck anpassen können.
Bei richtig geführter (gestützter) Blasluft erfolgt
die Einatmung (besser: Lufteinströmung) reflektorisch-automatisch durch Loslassen (entspannen) der kontrahierten Rumpfmuskulatur.
Es bedarf dazu keiner Willensanstrengung.

Es ist sehr verbreitet fehlende Stützspannung
mit Verkrampfungen im Hals- Zungenbereich
und/oder am Ansatz zu kompensieren.
Das Ziel muss demnach lauten: Ersatzspannungen peu a peu weglassen und parallel dazu die richtige Spannung aufbauen. Es ist nicht
möglich einfach nur die überflüssigen „Aktivitäten“ wegzulassen, aber kein „Statt dessen“ zu
haben.
Eine gut funktionierende Stütze wird als angenehme Anstrengung empfunden und führt zusammen mit der Klangvorstellung zu einem
befriedigenden Klangergebnis.

Abstract

Arthrose des Kleinfingers bei einer Flötistin – Fallbericht seitens der betroffenen Patientin

B. Yman

Musikphysiologie und Musikermedizin 2004, 11. Jg., Nr. 3 121 Arthrose des Kleinfingers bei einer Flötistin – Fallbericht seitens der betroffenen Patientin Birgitta Yman, Borås (Schweden) Mein Name ist Birgitta Yman, ich bin Musikpädagogin und habe seit 25 Jahre meinen Dienst an der Kulturschule in Borås. Borås ist eine mittelgroße Stadt 70 Kilometer östlich von Göteborg. Die Kulturschule ist eine Musikschule die auch andere künstlerische Fächer hat, finanziert von der Stadt. Fast alle Städte in Schweden haben ihre eigene Musikoder Kulturschule. Ich bin jetzt Flötenlehrerin und Orchesterdirigent, aber habe früher auch mit geistlich Behinderte, Chöre und Klassenunterricht gearbeitet. Dabei habe ich auch viel Klavier gespielt. Das Musikerleben besteht aus Konzerten auf free-lance Basis aber vor allem bin ich erster Flötist in „Hemvärnets Musikkår, Borås“ – ein semiprofessionelles Blasorchester angehörig das schwedische Militärmusikzentrum.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren