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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2014
Ausgabe 03 / 2014
Rückschritt mit Fortschritt Musizieren und Alter(n) aus Sicht der Musikermedizin
Maria Schuppert (Würzburg - Kassel)
In den musikermedizinischen Sprechstunden
nehmen die individuellen Beratungen älterer
Musiker zunehmenden Raum ein. Musizieren
und Alter(n) bedeutet sowohl für Berufs- als auch
Laienmusiker eine permanente Auseinandersetzung mit dem individuellen Spannungsfeld von
Möglichkeiten, Einschränkungen und Grenzen. Es
werden typische altersbezogene Veränderungen,
ihre Relevanz für das Musizieren sowie mögliche
Hilfestellungen seitens der Musikphysiologie aufgezeigt. Weiterhin werden die häufigsten gesundheitlichen Beschwerden und Fragestellungen aus der
musikermedizinischen Praxis erörtert.
Prinzipiell können Berufsmusiker eine hervorragende musikalische Leistungsfähigkeit bis ins hohe
Alter hinein behalten. Körperliche oder psychomentale Einschränkungen, mit Auswirkung auf
das Musizieren, erfordern neben den jeweiligen
fachärztlichen Maßnahmen häufig eine problembezogene musikermedizinische Begleitung. Für den
älteren Amateurmusiker bietet das Musizieren(-lernen) wertvolle gesundheitsförderliche und sozial
integrierende Effekte. In individuellen musikermedizinischen Beratungen sollten Möglichkeiten und
eventuelle Einschränkungen deutlich aufgezeigt
und musikphysiologische Hilfestellungen vermittelt werden.
20 Jahre Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin Entstehung und Entwicklung einer neuen Fachgesellschaft
Jochen Blum (Frankfurt-Worms)
Die Abbildung zeigt die erste Ausgabe unserer Fachzeitschrif „Musikphysiologie und Musikermedizin“, das Hef 1-1994 und das letzte Hef aus dem jetzigen Jahre 2014. Diese beiden Hefe wirken auf den ersten Blick ähnlich, sie symbolisieren aber bei näherem Hinschauen auch den Wandel und die Entwicklung der Deutschen Gesellschaf für Musikphysiologie und Musikermedizin von einer Art illustren „home made“- Gruppierung hin, zu einer professionellen und modernen Fachgesellschaf – zugegebenermaßen eines für die Mehrheit der Bevölkerung, vielleicht auch für unsere Berufskolleginnen und -kollegen, exotisch anmutenden Faches des Gesundheitswesens.
Wie lernen Senioren? Mechanismen der Hirnplastizität beim Musikunterricht im Alter
Eckart Altenmüller (Hannover)
In diesem Artikel wird auf der Grundlage hirnphysiologischer Erkenntnisse aufgezeigt, wie sich auch
in höherem Alter das Nervensystem an die neuen
Anforderungen anpasst, die mit dem Erlernen eines
Instrumentes einhergehen. Diese Anpassungsvorgänge werden als „Neuroplastizität“ bezeichnet und
können dem natürlichen Altern des Nervensystems
teilweise entgegenwirken. Musizieren stellt dabei
eine Situation der „angereicherten Umgebung“ dar.
Dies führt zu höherer Synapsendichte, zu vermehrtem Wachstum von Nervenzellfortsätzen und zu
einem höheren Gehirngewicht. Die Konsequenz
daraus ist, dass es für den Instrumentalunterricht
nicht nur nie zu spät ist, sondern dass sich das Erlernen eines Instrumentes auch in höherem Erwachsenenalter günstig auf die geistige Leistungsfähigkeit
auswirkt. Musizieren kann darüberhinaus segensreich in der Rehabilitation von motorischen Defiziten bei Schlaganfallpatienten eingesetzt werden
und es kann hilfreich sein, um einer dementiellen
Entwicklung vorzubeugen.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren