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DGfMM – Fachzeitschrift
Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift
Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.
Zeitschrift 2016
Ausgabe 02 / 2016
Belastung des Stütz- und Bewegungssystems beim Instrumentalspiel Querflöte
Petra Günther, Egbert Seidel, Judith Elischer und Marianne Steffen-Wittek (Weimar)
Durch die Asymmetrie der Spielhaltung eines
Querflötisten werden an das Stütz- und Bewegungssystem hohe Anforderungen gestellt. So ist
eine „Idealhaltung“ zur Vermeidung von artikulären, myo- und viszerofaszialen Funktionsstörungen nicht festzulegen, da sie von vielen individuellen Faktoren abhängt. Präventionsmaßnahmen wie
Selbstmobilisationstechniken, Antigravitationsund Relaxationstechniken, Stabilisations- und
Kräftigungsübungen sowie Koordinations-, Wahrnehmungs- und Gleichgewichtsübungen und
darüber hinaus eine gute Compliance des Instrumentalisten sind hilfreich, um das frühzeitige
Ausscheiden aus dem Musikerberuf zu vermeiden.
Zur Hirnphysiologie des Übens: ein Update
Eckart Altenmüller (Hannover) und Hans-Christian Jabusch (Dresden)
In diesem Übersichtsartikel werden neurowissenschaftliche Erkenntnisse zum Üben vorgestellt und
Hinweise für die Übe- und Lehrpraxis gegeben.
Beim Üben werden sensomotorische Steuerprogramme erstellt, die zu charakteristischen Veränderungen des zentralen Nervensystems führen. Zu
Beginn des Übeprozesses kommt es dabei zu einer
Ausweitung der Aktivität der sensomotorischen
Hirnrindenabschnitte. Im weiteren Verlauf nimmt
die Aktivierung der Hirnrinde beim Üben ab und
die Steuerprogramme werden in den Basalganglien
automatisiert. Auch Anpassungen der Hirnstruktur werden deutlich. So vergrößern sich Hörregionen und die motorischen Areale bei Berufsmusikern. Die Vernetzungen zwischen Hörregionen
und motorischen Regionen und zwischen beiden
Hirnhälften nehmen zu. Neue Experimente belegen, dass optimales Üben ausreichend Schlaf und
Pausen benötigt und dass Strategien wie mentales Üben sowie Üben durch Beobachtung effizient
sind. Die Kunst des Übens bei Studierenden ist
allerdings stark abhängig vom Selbstmanagement
und von der Fähigkeit, den Übeablauf zu organisieren und auch Überforderungen zu vermeiden.
Besonders wichtig bei übermotivierten Studierenden ist, dass sie die Übesitzungen zum richtigen
Zeitpunkt, vor Einsetzen von Ermüdung, beenden.
Einige Methoden zur Untersuchung des Vibratos bei Cellisten
George P. Moore (Los Angeles) und Jessie Chen (New York)
Das Vibrato ist eine von Streichern ausgeführte
typische Bewegung, durch die sich die Höhe eines
Tons verändert. Die Erzeugung des Vibratos ist
abhängig vom Körperbau des Spielers, von der
jeweiligen Note, die gespielt wird, vom Kontext,
in welchem diese Note innerhalb des Notentextes steht, von der Position des Arms im Raum
und der Armhaltung sowie von der Frequenz und
Amplitude, die der Spieler bestimmt. Es gibt keine
allgemeinen Regeln, wie ein Vibrato zu erzeugen
ist. Das Vibrato zu beherrschen, ist eine Herausforderung und löst des Öfteren bei Schülern und
auch Lehrern Ängste aus. In diesem Artikel stellen wir Methoden zur Untersuchung des Vibratos
bei Cellisten vor. Unsere Ergebnisse demonstrieren Interaktionen zwischen der zeitlichen Koordinierung des Vibratos und Zeitabläufen anderer
Bewegungen.
Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)
Hinweise für Autorinnen und Autoren
Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.
Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren