DGfMM – Fachzeitschrift

Ausgaben & Abstracts der DGfMM-Fachzeitschrift

Die DGfMM-Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Originalarbeiten und praxisnahe Beiträge. Hier können Sie die Zusammenfassungen einsehen. Mitglieder haben nach dem Login Zugriff auf die Volltexte.

Zeitschrift 2019

Ausgabe 02 / 2019

Komplette Ausgabe

Herausgeber*innen: E. Altenmüller (Hannover), J. Blum (Frankfurt-Worms), H. C. Jabusch (Dresden), H. Möller (Berlin), M. Schuppert

Abstract

Die Haltung beim Querflötenspiel und mögliche ergonomische Maßnahmen gegen körperliche Beschwerden sowie Fehlhaltungen

Myriam Ghani (Saarbrücken)

Die asymmetrische Haltung beim Spiel der Querflöte birgt ein gewisses Gefahrenpotential. Von
möglichen Fehlhaltungen und Überlastungen
können beispielsweise die Rückenstrukturen aber
auch die Hände und Finger betroffen sein. Um den
daraus resultierenden körperlichen Beschwerden
entgegenzuwirken bzw. vorzubeugen, kann man mit
ergonomischen Hilfen arbeiten. Diese können am
Flötencorpus angebracht werden oder erfordern
einen Umbau des Instruments. Auch für Kinder gibt
es spezielle Anfertigungen, die auf die entsprechende
Körpergröße eingehen. Diese Hilfestellungen sollten
bei Bedarf unbedingt genutzt werden.

Abstract

Situationsanalyse und Handlungsempfehlungen im Bereich betrieblicher Gesundheitsförderung von Berufsmusikern in den deutschen Kulturorchestern

Friederike Hübner (Dresden)

Aufgrund erhöhter physischer, psychischer und
psychosozialer Belastungen im Arbeitsalltag unterliegt der Beruf des Orchestermusikers einer stärkeren
Gesundheitsgefährdung als andere Berufsgruppen.
Mittels betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) ist
es möglich, durch speziell auf den individuellen Bedarf
abgestimmte Maßnahmen Gefahren vorzubeugen
und Gesundheit zu fördern. Dadurch wird frühzeitige
Arbeitsunfähigkeit durch Berufserkrankungen
verringert sowie grundsätzlich ein gesundes Arbeitsklima geschaffen. Hierbei ist auf partizipatives und integratives Handeln sowie regelmäßige Evaluationen der
Maßnahmen zu achten, um Effektivität, Effizienz und
somit einen langfristigen Erfolg zu gewährleisten.
Die aktuelle Situation in den deutschen Kulturorchestern wurde anhand von Leitfaden gesteuerten
Interviews analysiert. Es konnten dabei 58 % der deutschen Kulturorchester erfasst werden. Als Ergebnis wird ersichtlich, dass die Durchführung betrieblicher Gesundheitsförderung in Kulturbetrieben
für Orchestermusiker mehr nach tatsächlichem
Bedarf gesteuert werden muss. Neben Impulsen im
physiologischen Bereich sowie Optimierung der
Arbeitsverhältnisse spielen dabei die Kommunikation von Bedürfnissen, Sensibilisierung für die Thematik und Informationsaustausch eine entscheidende
Rolle. Aufklärungsbedarf gibt es in den Bereichen der
möglichen Finanzierung, der individuellen Bedarfserhebung sowie der Schaffung von Grundlagen für
langfristige BGF-Maßnahmen.
Vorliegende Handlungsempfehlungen können die
Umsetzung von betrieblicher Gesundheitsförderung
im Orchester unterstützen.

Abstract

Ergonomie- und workflowgerechtes Design am Beispiel einer Gitarre

Maximilian Blendinger (Stuttgart)

Die vorgestellte Herangehensweise verfolgt einen
zur traditionellen Vorgehensweise umgekehrten
Ansatz der Formfindung: Die menschliche Anatomie
soll hier den Ausgangspunkt der physischen
Musikinstrumentengestalt bilden. Das Verfahren soll
exemplarisch am Beispiel einer E-Gitarre entwickelt
werden. Dazu werden unter dem Blickwinkel
der funktionellen Bewegungslehre typische
Körperhaltungen in ihren charakteristischen
Eigenschaften analysiert, bewertet und quantitativ
erfasst. Der invariable Teil der Korpusform ergibt
sich durch einen Negativformabdruck eines
3D-CAD-Modells eines 50-Perzentil-Mannes, der
diese Haltungen einnimmt. Ein Baukastensystem
ermöglicht es dann, zu einem Grundbaustein, der
die Aspekte der spielerischen Interaktion in sich
vereint, einen Ausstattungsbaustein zu konzipieren,
der dem Haltungstyp und den psychografischen
Vorlieben des Musikers entspricht. Prinzipiell ist die
Übertragung dieses Ansatzes auf eine ergonomische
Formfindung sämtlicher Instrumente denkbar, vor
allem für solche, die eng am Körper getragen werden
und mehrere Kontaktflächen besitzen.

Abstract

Muskuloskelettale Messinstrumente in quantitativen Studien zur Haltung und Bewegung von hohen Streicherinnen und Streichern – ein systematischer Review

Heike Schemmann (M.Sc. PT), Nadine Rensing (B.Sc. PT), Prof. Dr. med. Christoff Zalpour (Osnabrück)

Die muskuloskelettalen Messinstrumente, die in quantitativen Studien zur Haltung und Bewegung bei hohen Streicher/innen verwendet wurden, sollen identifiziert und systematisch kategorisiert werden. Dies soll zur Orientierung dienen und Wissenslücken aufzeigen.

Herausgeber:
J. Blum (Frankfurt-Worms), M. Fuchs (Leipzig), H.-C. Jabusch (Dresden), M. Schuppert (Würzburg-Kassel)

Hinweise für Autorinnen und Autoren

Die Fachzeitschrift „Musikphysiologie und Musikermedizin“ bietet die Möglichkeit, wissenschaftliche Originalarbeiten, Fortbildungs- und Übersichtsarbeiten zu veröffentlichen. Ausdrücklich willkommen sind Beiträge aus der Praxis. Zum Themenkreis gehören physiologische/ körperliche, psychologische/ psychosomatische und klinische Fragestellungen bei Musikerinnen und Musikern einschließlich präventiver und pädagogischer Aspekte. Die Auswahl der zur Veröffentlichung kommenden Beiträge trifft das Herausgeberteam in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen und einem künstlerischen Beirat.

Weitere Informationen zur Einreichung der Manusscripte etc. erhalten Sie hier:Hinweise für Autorinnen und Autoren